Massimo Santucci

Oensinger Gemeinderat trifft Papst Franziskus − und macht ihn auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

Der Oensinger CVP-Gemeinderat Massimo Santucci konnte noch vor der Coronazeit Papst Franziskus treffen.

Nicht nur eine Familie ist für einen Italiener wichtig, auch der Papst nimmt im Leben eines gläubigen italienischen Katholiken einen wichtigen Stellenwert ein. So auch für Massimo Santucci, in Oensingen lebender Italiener, der für die CVP im Gemeinderat sitzt.

Massimo Santucci (51) traf zusammen mit zwei Bekannten Papst Franziskus im Vatikan wegen einer wichtigen Angelegenheit. Er will zusammen mit Gleichgesinnten in seiner Heimatregion Sondrio ein Haus für Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, gründen. Das habe ganz persönliche Gründe, so Santucci, denn auch er hat als Kind solche Gewalt erlebt. «Als ich klein war, flüchtete unsere Mutter vor ihrem gewalttätigen Mann mit uns Kindern in die Schweiz», erzählt er. Derzeit gebe es in Italien nur wenige solcher Hilfsangebote und deshalb sei man beim Papst vorstellig geworden, um Hilfe für das Projekt zu erbitten.

CVP-Politiker macht bei Besuch beim Papst auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

Massimo Santucci durfte den Papst Franziskus zu einer Privataudienz im Vatikan treffen.

  

Von der Begegnung mit dem Papst zeugen in Santuccis Büro in Oensingen einige Fotos. Er erzählt: «Ich war sehr nervös an diesem Tag, war es doch für mich fast unglaublich, eine Audienz beim Papst zu bekommen. Ich war so aufgeregt, dass ich fast nichts frühstücken konnte.»

Man habe dann dem Papst das Frauenhaus-Projekt vorstellen können, für welches man insgesamt 3,5 Mio. Franken benötige. «Papst Franziskus hat sich das alles sehr genau angeschaut. Dann hat er mit uns gebetet, uns danach seine Unterstützung zugesagt und gemeint, wir sollen weiter dafür kämpfen.»

Die rund einstündige Audienz sei sehr eindrücklich gewesen, erzählt der 51-Jährige weiter. Das Büro, in welchem die drei empfangen wurden, war sehr prunkvoll ausgestattet, allerdings waren weder Computer noch Handy zu sehen. «Der Papst machte von Hand Notizen auf einem Schreibblock.» Zum Schluss übergab der Papst Santucci einen Rosenkranz, den er seither immer bei sich trägt.

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