Am 18. März wird in Oensingen eine ausserordentliche Gemeindeversammlung stattfinden. Dazu hat der Gemeinderat eine provisorische Botschaft veröffentlicht. Noch bis zum 25. Februar können allfällige offene Punkte aus der Bevölkerung darin aufgenommen und geklärt werden. Wichtigstes Thema an der Gemeindeversammlung ist die Genehmigung des Souveräns einer Kaufoption zugunsten des Büro Nüesch Development AG für die Parzelle 708 im Unterdorf. Diese beinhaltet die Liegenschaften 84, 86, 88 und 90 an der Hauptstrasse.

Ausgenommen aus dieser Parzelle soll das Schulhaus Unterdorf, das nicht verkauft und damit abparzelliert werden soll. Ebenfalls soll – gemäss Kaufoption – das Gebäude Krone (Nr. 90) inklusive Kronenkeller durch die Käuferin erhalten bleiben. Speziell darüber soll an der Gemeindeversammlung eine Konsultativabstimmung durchgeführt werden.

Der Gemeinderat schreibt in seiner Botschaft, dass ohne den Verkauf die sanierungsbedürftigen Gebäude in der Gemeinde immer höhere Kosten auslösen würden. Er schätzt diese bei notwendigen Sanierung auf rund 3 bis 5 Millionen Franken. Der Verkauf der Parzelle entspreche der Zielsetzung der Ortsplanung und wirke gegen eine Zersiedelung.

Gestaltungsplan notwendig

Aufgrund des Zonenreglements und seiner Auflagen muss für das zukünftige Projekt ein Gestaltungsplan erarbeitet werden, welcher in enger Abstimmung mit der Gemeinde und der Öffentlichkeit realisiert würde. So werde die Identität des Ortskerns bewahrt. Und zu guter Letzt sei der gebotene Kaufpreis, rund 2,7 Mio. Franken (580 Franken pro m2) sehr attraktiv. Ein möglicher Baubeginn werde frühestens in drei Jahren Realität, schreibt der Gemeinderat, so bleibe ausreichend Zeit, um für die jetzigen Gemeinde-Nutzungen Ersatz zu finden.

Werde dem Verkauf nicht zugestimmt, würde im Unterdorf eine Art «Brache» entstehen und das gesetzte Ziel der vorangegangenen Ortsplanung «Aufwertung des Dorfteils», würde nicht erreicht. Auch würde kein Ertrag erzielt, im Gegenteil: «Die Bewirtschaftung der Liegenschaften würden immer grössere Kosten verursachen.»