Oensingen
Anstrengungen werden endlich belohnt: Rechnung schliesst mit Plus von 174'000 Franken

Zum ersten Mal seit 2014 schliesst die Oensinger Rechnung wieder mit einem Plus ab. Grund zur Euphorie sieht der Gemeindepräsident deswegen aber nicht.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Oensinger Rechnung schliesst mit einem Plus von 174 000 Franken ab.

Die Oensinger Rechnung schliesst mit einem Plus von 174 000 Franken ab.

Bruno Kissling

36 Oensinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger folgten der Einladung zur Rechnungsgemeindeversammlung in den Bienken-Saal. Nach einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen ehemaligen Gemeindepräsidenten Markus Flury, stellte Gemeindepräsident Fabian Gloor die Rechnung 2020 vor.

Zunächst wurden der Versammlung die ordentlichen Nachtragskredite in der Höhe von 333'000 Franken und die gebundenen Nachtragskredite von 1,87 Mio. Franken zur Kenntnisnahme unterbreitet. Es handle sich dabei unter anderen um Abschreibungen, Forderungsverluste von Steuern juristischer Personen und höhere Kosten für Gymnasialunterricht an den Kanton.

Obwohl das Jahresergebnis mit einem Ertrag von 174'000 Franken schliessen konnte, gebe es keinen Grund zur Euphorie, so Gloor. Doch das Resultat freue ihn, sei es seit 2014 das erste Mal, dass die Rechnung wieder im Plus abschliessen kann.

«Gegenüber dem Budget ist das eine Besserstellung von fast 1,5 Mio. Franken.»

Grund für das positive Ergebnis sei ein um rund 0,8 Mio höherer Steuerertrag als budgetiert. Dennoch bleibe der Ertrag aus den Einkommens- und Vermögenssteuern klar unter den Erwartungen. Mit dem Ertrag aus den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen kann dieser Ausfall jedoch kompensiert werden.

Ein Gebot der Stunde: Eigenkapital stärken

Im weiteren machte Gloor auf die sehr gute Budgetdisziplin aufmerksam und die geringer ausfallenden Kosten aufgrund des «Corona»-Jahres: Weniger Feuerwehr-Sold, kein Zibelimäret. Andererseits gab es auch keinen Mietertrag für den Bienken-Saal. Er warnte aber: «Die steuerlichen Auswirkungen der Pandemie werden sich erst im kommenden Jahr zeigen.» Allerdings sei er diesbezüglich nicht nur pessimistisch. «Es gibt auch Branchen, die antizyklisch arbeiten. Die Lebensmittelproduktion zum Beispiel. Solche Betriebe haben wir hier.»

Nichtsdestotrotz sei es ein Gebot der Stunde, dass Oensingen sein Eigenkapital stärken muss und die Pro-Kopf-Verschuldung weiter gesenkt werden soll. Gloor:

«Gegenüber dem Budget ist das eine Besserstellung von fast 1,5 Mio. Franken.»

Der Ertrag wird dem Eigenkapital gutgeschrieben. An Nettoinvestitionen gab die Gemeinde rund 2 Mio. Franken aus, budgetiert waren 1,8 Mio. Franken. Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfallbeseitigung schliessen alle positiv ab. Einzig die Parkplatzbewirtschaftung muss einen Aufwandüberschuss von 67'000 Franken verbuchen. Hier hätten sich die Homeoffice-Tage bemerkbar gemacht, informierte Fabian Gloor. Der Souverän genehmigte die Rechnung 2020 ohne Gegenstimme.

Die Motion Rötheli, die verlangt zu prüfen, ob auch auf Gas- und Fernwärmeleitungen Konzessionsgebühren gefordert werden können, wurde erheblich erklärt. Die beiden abtretenden Gemeinderäte Massimo Santucci und Bruno Locher wurden verabschiedet und ihre Verdienste verdankt.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Oensingen

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 31'264 32'627
Gesamtertrag 31'438 31'856
Jahresergebnis 174 -771
Steuereinnahmen nat- Pers. 16'368 16'395
Steuereinnahmen jur. Pers. 4'287 4'625
übrige Steuereinnahmen 1'061 769
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 2'791 1'900
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 3'768 7'394
Investitionseinnahmen 1'759 1'094
Nettoinvestitionen 2'009 6'300
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 111 111
Steuerfuss jur. Pers. 111 111
Selbstfinanzierungsgrad 151 25
Eigenkapitaldeckungsgrad 9 8
Netto-Vermögen pro Kopf
Netto-Schulden pro Kopf 1'958 2'130