Wird in einer Schule eine Ampel auf Rot gestellt, so bedeutet das, ein Bereich ist nicht funktionsfähig, es muss sofort gehandelt werden. In Oberbuchsiten sind sogar mehrere Bereiche betroffen. Wie in anderen Gemeinden auch, wurde dort die Schule durch die Fachstelle Externe Schulevaluation der Pädagogischen Hochschule FHNW auf ihre Funktionstüchtigkeit und auf die Wirksamkeit ihres Qualitätsmanagements geprüft.

Expertinnen und Experten machten dazu Schulbesuche, befragten Eltern, Schülerinnen, Schüler, Lehrpersonen und die Schulleitung (vergleiche Textbox). 

Nicht alles im roten Bereich

Festzuhalten ist, dass die Oberbuchsiter Schule nicht nur rote oder gelbe Ampeln aufzuweisen hat, sondern auch grüne, wie Gemeindeschreiberin Beatrice Unold im Bericht aus dem Gemeinderat ausführt. «Beim Schul- und Unterrichtsklima sowie der Erfüllung der Betreuungs- und Aufsichtsfunktion stehen die Ampeln auf Grün. Die Kinder zeigten sich bei den Befragungen zufrieden und fühlen sich wohl im Kindergarten und in der Primarschule.»

Anlass zur Sorge geben Schulführung, Elternkontakte und Qualitätsmanagement. Da wurden gravierende Defizite festgestellt, die Ampeln stehen auf Rot. Diese Mängel sind durch einen detaillierten Massnahmenplan, der gemeinsam mit der kantonalen Schulaufsicht ausgearbeitet wird, möglichst rasch zu verbessern. Im Bereich «Arbeitsklima für die Lehrpersonen» steht die Ampel auf Gelb. Es sind Defizite vorhanden, die von der Schule selbst behoben werden können. Hier greifen die kantonalen Behörden nicht direkt ein.

Zu spät reagiert?

Warum hat man denn in Oberbuchsiten nicht schon früher reagiert? «Das sagt sich im Nachhinein immer relativ leicht», antwortet Sarah Koch, zuständig im Gemeinderat für das Ressort Bildung. Tatsache sei, dass in den vergangenen Jahren im Dorf ein allgemeines Unbehagen über die Schule vorhanden war und sich immer mehr hochschaukelte. «Das war auch mir bekannt, als ich vor knapp anderthalb Jahren in den Gemeinderat kam und das Ressort Bildung übernahm.

Aber Genaues wusste ich noch nicht und wollte zuerst meine eigenen Erfahrungen sammeln.» Da sei es gelegen gekommen, dass die externe Schulevaluation anstand, bei der jeder Bereich einzeln durchleuchtet wird. «Wenn man Fakten schwarz auf weiss vor sich hat, so kann man handeln, und das werden wir jetzt tun.» Als eine der Massnahmen sei man übereingekommen, dass der seit mehreren Jahren amtierende Schulleiter nur noch bis Ende des laufenden Schuljahres 2014/2015 bleibt. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben worden.

Aufatmen im Dorf

«Wir müssen uns aber auch bewusst sein», betont Sarah Koch, «dass die Schule und die Person, die neu die Schulleitung übernehmen wird, Zeit und Unterstützung von allen Seiten braucht, um den Massnahmenplan gemäss externer Schulevaluation umzusetzen. Die Schule soll wieder volles Vertrauen erhalten.» Das müsse erarbeitet werden. Feststellen dürfe man aber bereits jetzt, dass ein Aufatmen durchs Dorf gegangen ist.

Die Sofortmassnahmen

Der Gemeinderat hat gestützt auf die vorliegenden Resultate Sofortmassnahmen eingeleitet. Als nächster Schritt wird eine Massnahmenplanung erarbeitet. Die Schulleitung wird für das noch laufende Schuljahr 2014/15 durch ein prozess- und zielorientiertes Coaching Unterstützung erhalten.

Ein sehr erfahrener Coach unterstützt zusammen mit der kommunalen Aufsichtsbehörde und der kantonalen Schulaufsicht die Schulleitung. Hinzu kommt eine mittel- bis langfristige strategische Planung. Auf Beginn des neuen Schuljahres 2015/16 wird ein neuer Schulleiter gesucht. Die Ausschreibung der Stelle ist in die Wege geleitet.