Oberbuchsiten und die Schule – ein Thema, welches die Dorfbevölkerung seit Jahren spaltet. Im April 2017 wurden von den Oberbuchsiter Stimmberechtigten zwei Varianten der Schulraumerweiterung an der Urne abgelehnt. Dass es aber an der Schule Oberbuchsiten dringend zusätzlichen Schulraum benötigt, ist unbestritten. Deshalb wurde nach dem Volks-Nein eine neue Arbeitsgruppe eingesetzt, welche zusammen mit Daniel Ernst (architekturplan-plus GmbH), eine Machbarkeitsstudie erstellt hat. Diese wurde der Dorfbevölkerung am vergangenen Montag in der Mehrzweckhalle in Oberbuchsiten präsentiert.

Daniel Lederer, der Gemeindepräsident hielt vor den rund 150 interessierten Besucherinnen und Besuchern fest, dass es sich heute lediglich um eine Orientierungsversammlung handle. Die Einbeziehung der Bevölkerung war nämlich einer der Kritikpunkte, nach dem Doppel-Nein an der Urne 2017.

Damals standen in Oberbuchsiten zwei Varianten zur Wahl: Eine Teil-Zentralisierung, bei welcher Kindergarten und Tagesstruktur im Schulhaus Oberdorf eingerichtet würden, während die Primarschule am Standort Steinmatt angesiedelt wäre oder eine komplette Zentralisierung, welche alle Schulstufen im Steinmattschulhaus forderte.
Beide Varianten wurden abgelehnt. Ein Teil der Bevölkerung war der Meinung, dass die Kosten zu hoch seien, andere meinten, dass vieles schlecht kommuniziert und geplant worden sei. Diese Kritikpunkte nahm sich der Gemeinderat sowie die neu eingesetzte Arbeitsgruppe zu Herzen.

Die neue Machbarkeitsstudie

Lederer übergab das Wort an Mario Siegenthaler, dem Vorsitzenden dieses Ausschusses. Dieser erklärte kurz, welche Ideen den Ausschuss beschäftigten und übergab danach das Wort an Architekt Daniel Ernst, welcher die Machbarkeitsstudie mit grafischen Darstellungen präsentierte. Diese Machbarkeitsstudie zur Schulraumerweiterung Oberbuchsiten sieht einen Erweiterungsbau in der Steinmatt sowie die Umgestaltung Schulhaus Oberdorf vor.
Das bestehende Schulhaus Steinmatt wurde 1982 in Betrieb genommen.

Auf der Südseite würden die benötigten Schulräume im geplanten Erweiterungsbau untergebracht. Angedacht ist ein Verbindungsbau, welcher die vertikale und die horizontale Erschliessung gewährleistet. Gleichzeitig soll er als Zugang vom Dorfbachbrüggli und dem Pausenplatz dienen. So würde ein neuer, in sich logischer, verknüpfter Gesamtschulkomplex entstehen. Der neue Pausenspielplatz und die neue Lernumgebung sind westseitig eingeplant. Mit der zusätzlichen Treppenerschliessung zum Verbindungsbau wären auch die Sicherheitsbedürfnisse hinsichtlich Brandschutz und Fluchtwegen gut berücksichtigt. Dies sei heute enorm wichtig, so Ernst. Meistens mache man sich erst im Nachhinein Gedanken über den Brandschutz; erst wenn schon etwas passiert sei.

Kindergarten im «Oberdorf»

Fast 70 Jahre älter ist das Schulhaus Oberdorf, welches sich aber noch in gutem, baulichem Zustand befindet. Dem altehrwürdigen Schulgebäude soll mittels Umnutzung zu einem Doppelkindergarten mit Gruppen- und Nebenräumen werden. Der Gemeinderat sowie die Arbeitsgruppe «Schulraumplanung» schreiben in ihrer Mitteilung: «Mit dem Verbleib der Kinder im Oberdorf spricht man sich für den Erhalt eines lebendigen Dorfkerns aus.» Die heutige Turnhalle würde renoviert werden und in eine Multifunktionshalle umgewandelt. Das bereits teilrenovierte Dachgeschoss ist dafür gedacht, Gruppen oder Vereinen Platz für Veranstaltungen bieten zu können. Die Umgebung würde stufengerecht für die geplante Nutzung angepasst werden.

Dem Gemeinderat Oberbuchsiten wurde das Projekt im Februar 2019 im Detail vorgestellt und an der Gemeinderatssitzung vom März 2019 zuhanden der Rechnungs-Gemeindeversammlung von Oberbuchsiten vom 1. Juli 2019 verabschiedet.

Für die geplante Schulraumerweiterung gemäss vorliegender Machbarkeitsstudie beantragt der Gemeinderat Oberbuchsiten dem Souverän der Gemeinde einen Investitionskredit in der Höhe von 6,9 Mio. Franken zur Beschlussfassung. Der Erweiterungsbau Steinmatt ist mit 5,7 Mio. Franken und die Umnutzung Oberdorf mit 1,2 Mio. Franken budgetiert.

Mehr Informationen und Grafiken unter www.schulraumerweiterung.ch.