«In der Nacht auf Sonntag wurde der neue Gemeindespielplatz bei den Schulanlagen in Matzendorf von Sprayern verwüstet», schreibt Sara Liechti, Gemeinderätin aus Matzendorf am Montag empört in einem E-Mail an diese Zeitung. Die Kinderschaukel, wie auch die Rutschbahn wurden der Länge nach mit schwarzer Schrift beschmiert. Am Holzhaus befinden sich Schriftzüge. Auf der dortigen Bank wurden per Spraydose vulgäre Zeichen hingeschmiert. Die helle Betonmauer beim Sandkasten ist ebenfalls betroffen. Die Polizei Kanton Solothurn sei informiert, betonen die Behördenmitglieder von Matzendorf.

Die Matzendörfer sind entsetzt, denn der Spielplatz wurde noch nicht einmal eingeweiht. Dies bestätigt der zuständige Gartenbauer René Christ aus Oensingen: «Das stimmt, eine Abnahme steht auch noch bevor.» Erst im vergangenen Juli fand der Spatenstich im Beisein von KiTu-Kindern, deren Turnleiterinnen und Gemeindepräsident Marcel Allemann statt. Im September wurde das Projekt schliesslich verwirklicht, mithilfe der Holzbaulehrlinge aus dem Thal. Im Rahmen einer Projektarbeit konstruierten sie den Spielturm. Damals freute man sich und sagte, dass dieser Spielplatz sehnsüchtig erwartet werde und Allemann betonte, die Investition habe sich gelohnt.

Alle haben mitgeholfen

Das Projekt war damals auch mit Unterstützung der Frauengemeinschaft Matzendorf zustande gekommen. In der «Arbeitsgruppe Spielplatz/Begegnungsort» beteiligte sich der Verein lange vor der Verwirklichung an der Bedarfsabklärung: «Damit wir ganz viele Ideen und Meinungen der Eltern in das Projekt einbeziehen können, machen wir an dieser Stelle eine kleine eigene Umfrage dazu», hiess es damals. Bereits ein paar Wochen nach der Fertigstellung nun also der Schock. Regula Nussbaumer, Co-Präsidentin der Frauengemeinschaft ist entsetzt: «Das ist himmeltraurig», sagte sie gestern am Telefon. Man habe so viel Zeit und Geld investiert. «Der Spielplatz kostete rund 80 000 Franken», bestätigt Allemann. Im Dorf wird vermutet, dass die Jugendlichen, die sich allabendlich auf dem Schulhausareal treffen damit zu tun haben. Der Redaktion liegen Informationen vor, wonach sich in letzter Zeit Beschwerden ihnen gegenüber wieder gehäuft hätten, nachdem es fast ein Jahr lang ruhig gewesen war. Das Auftreten der Jugendlichen sei teilweise extrem frech, heisst es.

Nur noch für Matzendörfer?

In Matzendorf dürfen sich auch auswärtige Jugendliche auf dem Schulhausareal aufhalten, was nicht in allen Gemeinden der Fall ist. «Wir sind offen und lassen alle auf den Platz, aber langsam verstehe ich Gemeinden, wenn sie Verbote aussprechen», so Allemann. Sollen bald nur noch Jugendliche aus Matzendorf sich dort aufhalten dürfen? Allemann winkt ab: «Ich bin immer noch dafür, dass wir es mit Toleranz und Respekt schaffen, alle bei uns willkommen zu heissen.» Der Spielplatz in Matzendorf hätte in etwa zwei Wochen frei gegeben werden sollen. Eine offizielle Einweihung ist allerdings aufgrund des Wetters erst im April 2019 geplant.

Matzendorf hatte erst vor wenigen Tagen mit Vandalismus am Wanderweg Horngraben zu kämpfen: Dort hatten Unbekannte die Treppenabstufungen oberhalb der Antoniuskapelle zerstört. Der Einsatz des Zivilschutzes, der die Treppe vorher kunstvoll renoviert hatte, war somit umsonst. Laut Gemeindepräsident Allemann haben die beiden Geschehnisse keinen Zusammenhang: «Es handelt sich um eine ganz andere Gruppe von Leuten, die sich beim Horngraben trifft.