Oensingen

Noch geistert der Ex-Vebo-Direktor herum

Die Vebo ist mit über 1600 Mitarbeitenden die mit Abstand grösste Behindertenwerkstätte im Kanton Solothurn.

Die Vebo ist mit über 1600 Mitarbeitenden die mit Abstand grösste Behindertenwerkstätte im Kanton Solothurn.

Vebo-Direktor Gilbert W. Giger nahm im September überraschend den Hut. Am Rande der Generalversammlung der IG Pro Vebo nahmen Präsident Roberto Zanetti und Martin Plüss Stellung.

Der Ende September überraschend erfolgte Abgang von Vebo-Direktor Gilbert W. Giger, der nach nur zweieinhalb Jahren den Hut nahm, wurde an der am Mittwochabend in Oensingen abgehaltenen Generalversammlung der IG Pro Vebo nur am Rande erwähnt.

Giger hatte im Mai 2014 die Direktion der Vebo mit insgesamt über 1600 Mitarbeitenden übernommen. Sein abrupter Abgang wurde gegen aussen aber nur sehr knapp kommuniziert. Um mehr darüber zu erfahren, besuchte diese Zeitung die Generalversammlung der IG Pro Vebo.

«Nicht himmelhochjauchzend gut»

IG-Präsident Roberto Zanetti ging im offiziellen Teil der Generalversammlung mit keinem Wort auf Gigers Abgang ein. Dies überliess er Vebo-ad-interim-Direktor Martin Plüss, der anstelle Gigers über die Tätigkeiten und Zahlen der Vebo im letzten Jahr berichtete.

Zu Giger liess Plüss lediglich verlauten, dass dieser nicht wie in den Medien vermeldet, auf seinen Druck hin die Vebo verlassen habe. «Der Druck kam nicht von oben, sondern von unten», so Plüss. Giger habe zwar einen guten, «aber nicht himmelhochjauchzend guten Job gemacht».

Von anderen ähnlich gelagerten Institutionen seien diesbezüglich Rückmeldungen eingegangen, stellte Martin Plüss in den Raum. Dies sei auch der Grund gewesen, warum Giger schliesslich gekündigt habe, erklärte Plüss später am Rande der Versammlung. Mehr wolle er dazu wegen der Stillschweigevereinbarung nicht sagen.

Zanetti will sich nicht einmischen

Position beziehen wollte auch Roberto Zanetti nicht. Als Präsident der Supportervereinigung IG Pro Vebo stehe ihm dies nicht zu. «Wäre ich im Verwaltungsrat der Vebo, würde ich sicher genauer nachfragen.» Er habe aber nach wie vor Vertrauen in Martin Plüss und die Vebo. «Mir liegt am Herzen, dass es der Institution Vebo gut geht, und dafür will ich mich in meiner Funktion als Präsident der IG Pro Vebo auch künftig einsetzen.»

Plüss erwähnte, dass 147 Bewerbungen für die Stelle als Vebo-Direktor eingegangen sind, acht davon wurden in die engere Auswahl genommen. Nun soll die Auswahl auf drei Bewerber reduziert und danach dem Verwaltungsrat vorgelegt werden. Die Arbeiten dafür werden noch diese Woche aufgenommen. Mit einem Vertragsabschluss könne noch im Dezember gerechnet werden. Bei einem qualifizierten Bewerber müsse aber mit einer Kündigungsfrist von mindestens sechs Monaten und damit mit einem Stellenantritt Mitte des kommenden Jahres gerechnet werden.

Plüss möchte Präsident bleiben

Danach kann Martin Plüss wieder sein Amt als Verwaltungsratspräsident der Vebo einnehmen. Auf immer und ewig wolle und könne er diesen Posten aber nicht bekleiden, versicherte der 68-Jährige auf Nachfrage. Intern sei vorgesehen, dass eine letzte Amtperiode mit maximal 72 Jahren angetretenen werden könne. Ob er so lange im Amt bleibt, liess Plüss offen. Für die in zweieinhalb Jahren anstehende Wahl werde er, Stand heute und wenn es seine Gesundheit zulasse, wohl wieder antreten.

Die anderen traktandierten Geschäfte der IG pro Vebo wurden von der Versammlung ohne Vorbehalte genehmigt. Fragen zum Abgang von Vebo-Direktor Gilbert W. Giger wurden aus der Versammlung keine gestellt.

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