Thal/Gäu

Nicht alle Badis in der Region setzen die Vorgaben gleich streng um

Am Montag kehrt im Schwimmbad Moos in Balsthal das Leben zurück.

Am Montag kehrt im Schwimmbad Moos in Balsthal das Leben zurück.

Balsthal und Egerkingen eröffnen in den nächsten Tagen ihre Schwimmbäder – coronabedingt gibt es für die Gäste mehr Platz.

Rund 100 Tage wird die Badi-Saison in diesem Jahr dauern. Der durch das Coronavirus bedingte Stillstand verhinderte Baditage während des sonnigen Monats Mai. Und jetzt, wo es losgehen kann, werden die Schwimmbecken wegen des regnerischen Starts in den Juni voraussichtlich kaum frequentiert sein. Die Vorfreude, dass die Badis in der Region dieser Tage öffnen können, scheint dies nicht zu trüben. Dass die Treffpunkte des Sommers schlechthin belebt werden, ist ein weiterer Schritt zurück zur herbeigesehnten Normalität.

Allerdings wird der Betrieb durch die notwendigen Schutzkonzepte eingeschränkt. Nicht alle Badis der Region setzen die Vorgaben, wonach auf 10 Quadratmeter Fläche eine Person zugelassen ist, gleich streng um. Die Badi Moos in Balsthal etwa öffnet am Montag wieder ihre Tore – zugelassen sind jedoch bloss 300 Badegäste auf einmal, wie die Gemeinde auf ihrer Website und in einem Inserat im «Anzeiger Thal Gäu Olten» kommuniziert. In der Facebook-Gruppe der Gemeinde sorgt die tief angesetzte Limite für Diskussionen. Mit 18'000 Quadratmetern Gartenanlage hat die Badi Moos mehr Liegeflächen als das Oltner Strandbad oder die Badi Langenthal, wo 1000 respektive 1300 Gäste zugelassen sind.

Die Badi in Wangen an der Aare teilte derweil mit: «Dank der grossen Fläche des Schwimmbad-Areals muss kaum mit Einschränkungen gerechnet werden.» Auf die anderen Badis der Region bezogen kommentierte eine Nutzerin auf Facebook zu den Balsthaler Einschränkungen: «Hoffen wir doch, dass eine Anpassung kommt.» In den Kommentarspalten wünscht sich ein anderer, die Badi solle wie Olten eine Zeitbeschränkung einführen, dass nicht nur wenige von der Badi profitieren würden. Wie das Schutzkonzept in der Badi Moos im Detail aussieht, konnte die Gemeinde bis gestern Nachmittag auf Anfrage nicht beantworten.

In Egerkingen informiert die Gemeinde mit einem Flyer an alle Haushaltungen über den Badesaison-Start, der am kommenden Mittwoch, 10. Juni, erfolgt. «Wir benötigen rund einen Monat, um das Schwimmbad hochzufahren», sagt Johanna Bartholdi auf Anfrage. Am Montag wird das Drehkreuz der neuen Badi angepasst, um die Besuchszahl zu kontrollieren. Denn bisher zählte die Badi nur die Eintritte, nicht aber die Personen, welche das Schwimmbad verlassen. Neu kann in Egerkingen zudem ab kommender Woche alles kontaktlos bezahlt werden. Und so kommt es, dass die Badi wie üblich erst am Mittwoch und nicht bereits am Montag öffnet.

Egerkingen senkt die Preise für Einzeleintritte

Dass die Liegefläche nur ein Aspekt ist, zeigen die Berechnungen in Egerkingen. Obwohl die Gartenanlage gemäss Vorgaben für rund 440 Personen Platz bieten würde, hat der Gemeinderat die Zahl der Badegäste auf 210 limitiert, wovon gleichzeitig maximal 56 Personen zu den Wasserbecken zugelassen sind. «Es braucht ein gesundes Verhältnisse zwischen jenen, die baden können und den Liegeplätzen», sagt Bartholdi. Von einer Zeitbeschränkung möchte das Egerkinger Schwimmbad zunächst absehen. Die Gemeindepräsidentin dazu: «Wir wollen die Badieröffnung mit gesundem Menschenverstand anlaufen lassen und nach den ersten zehn Tagen die Lage neu beurteilen.» Sollte an Hitzetagen Grossandrang vorherrschen, würde die Aufenthaltsdauer auf dreieinhalb Stunden limitiert.

Morgens und abends hat die Gemeinde zudem Zeitfenster für die Schwimmer bestimmt. Bis 11 Uhr morgens und ab 17.30 Uhr nachmittags ist das Schwimmbad daher nur für Personen ab 16 Jahren zugänglich. Grosszügig zeigt sich die Gemeinde, was die Eintrittspreise anbelangt: Wegen der Einschränkungen kommt sie den Badegästen mit einer Reduktion von einem Franken entgegen, womit die Preise um rund 20 bis 30 Prozent sinken. Gleich bleiben hingegen die Abopreise – sie hätten auf diese Saison erhöht werden sollen. «Vergangenes Jahr erhielten wir viele Rückmeldungen, unsere Abos seien viel zu günstig», sagt Bartholdi. Trotz zusätzlicher Kontrolle wurde das Bade-Personal nicht aufgestockt. Spitzentage mit bis zu 600 Personen dürfte es dieses Jahr kaum geben. Bartholdi will selbst zu den ersten Badegästen zählen und das Wasser am Mittwoch trotz prognostiziertem Schlechtwetter selbst «testen».

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