Oensingen
Nach «Rückkommensantrag»: Gemeinderat muss die 5'000 Franken für den SAC Oberaargau überdenken

Nachdem der Oensinger Kuno Blaser den Beitrag der Gemeinde an den SAC Oberaargau kritisiert hatte, muss der Gemeinderat nochmals darüber befinden. Der Gemeindepräsident Fabian Gloor nimmt Stellung dazu.

Gülpinar Günes
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Gemeindepräsident verteidigt den Beitrag von 5000 Franken an den SAC Oberaargau für den Neubau der Rothornhütte.

Gemeindepräsident verteidigt den Beitrag von 5000 Franken an den SAC Oberaargau für den Neubau der Rothornhütte.

zvg

Der Gemeinderat betreibe unglaubwürdige Politik, lautet der Vorwurf des Oensingers Kuno Blaser. Während bei den eigenen Vereinen gespart werde, spende die Gemeinde 5'000 Franken dem SAC Oberaargau für den Neubau ihrer Rothornhütte im Wallis. Der Gemeinderat solle den Beitrag wieder
zurückziehen, so Blasers Forderung, die er als «Rückkommensantrag» an den Gemeinderat gestellt hat.

«Natürlich kann und darf man den Beitrag kritisch hinterfragen», sagt der Gemeindepräsident Fabian Gloor konfrontiert mit der Anschuldigung. Das sei durchaus legitim, da es sowohl Argumente für als auch gegen den Beitrag gibt.

«Der Gemeinderat hat bei seinem Entscheid zwischen den Gemeindefinanzen und dem gesellschaftlichen Nutzen des Beitrags abgewogen.» Und dabei den Nutzen als höher empfunden als die finanziellen Folgen der einmaligen Spende. Wegen des Antrags jedoch, muss er nochmals darüber beraten.

Auch in der Region aktiv

Die Argumente dafür sind klar: Der SAC Oberaargau ist ein lokaler Verein, der unter anderem auch mit der Rettungsgruppe Jura in Balsthal in der Region aktiv ist und jährlich bis zu zehn Rettungseinsätze tätigt. Von den rund 1100 Mitgliedern wohnten letztes Jahr rund 35 in Oensingen, darunter auch der Präsident des Vereins, der Präsident der Ortsgruppe Balsthal und der Rettungschef, sowie weitere 21 Oensinger Mitglieder in den Nachbarsektionen des SAC.

«Man kann durchaus argumentieren, dass auch der SAC Oberaargau einen Beitrag für seine Leistungen in der Region zu Gute hat», sagt Gloor. Es sei darüber hinaus der erste und einzige Beitrag, den die Gemeinde dem Verein spende und mit 5'000 Franken habe der Gemeinderat sogar rund 20 Prozent weniger gegeben als der Verein erbeten hatte. «Dieser Beitrag soll nicht Anlass für eine Polemik sein, die allen Beteiligten schadet», so Gloor.

Spielraum für solche Beiträge soll bleiben

«Die Vereine sind das Rückgrat unserer Gesellschaft und darum unterstützen wir sie bewusst grosszügig», sagt er. Es mache wenig Sinn nur wegen der Gemeindefinanzen diese Strukturen zu riskieren. «Sparsamkeit ist weiterhin ein wichtiges Gebot, aber gewisse Leistungen und Beiträge müssen möglich sein, wenn sie genügend Nutzen stiften.» Im Vergleich mit Beiträgen an anderen ortsansässige Vereine, die teilweise im fünfstelligen Bereich liegen, stelle der Beitrag an den SAC keine unverhältnismässigen Vorteile dar.

Auch Oensinger Präsident des SAC Oberaargau, Erich Altermatt, finde den Antrag von Kuno Blaser sehr bedauerlich. «Wir fragen nicht alle Jahre nach einem Beitrag», sagt er. Und der SAC sei durchaus lokal aktiv und leiste einen kulturellen und gesundheitlichen Beitrag für die Gesellschaft. «Das Argument der Gemeindefinanzen leuchtet mir da nicht ein.»

«Stets das Gesamtbild im Auge behalten»

Die Gegenargumente jedoch sind ebenfalls klar: Die Gemeinde hat im Rahmen ihrer Sparbemühungen zwar keine Abstriche bei den Vereinen gemacht – sie kürzte lediglich der Stiftung Neu-Bechburg den Beitrag von 35'000 auf 20'000 Franken pro Jahr. Die finanzielle Lage der Gemeinde wurde aber oftmals als Mitgrund verwendet, keine zusätzlichen Beiträge zu sprechen, die diverse Vereine beantragt haben.

So lehnte der Gemeinderat im August 2018 beispielsweise einen Antrag des FC Oensingen für 7000 Franken als Kostenbeteiligung für Spielerbänke ab. «Der Gemeinderat muss stets das Gesamtbild im Auge behalten», sagt Gloor darauf. Schliesslich sei es schwierig, allen Vereinen gerecht zu werden und eine absolute Gerechtigkeit herzustellen.

Den Antrag von Kuno Blaser werde der Gemeinderat schliesslich an ihrer nächsten Sitzung zur Kenntnis nehmen. Formell kann ein «Rückkommensantrag» nur von einem Mitglied des Gemeinderates gestellt werden. Da das bereits passiert sei, werde die Sache nochmals beraten und abgewägt, so Gemeindepräsident Fabian Gloor.