Matzendorf

Nach 42 Jahren endet im Kindergarten eine Ära

Hanna Ackermann (auf dem Schaukelstuhl) umringt von Kindergartenkindern.

Hanna Ackermann (auf dem Schaukelstuhl) umringt von Kindergartenkindern.

Hanna Ackermann hat den Kindergarten in der Thaler Gemeinde geprägt. Nun geht sie in Pension.

Jede Schulabschlussfeier ist etwas Besonderes, doch die diesjährige war für die Matzendorfer noch etwas spezieller. Schön und traurig zugleich. Denn nach 42 Jahren geht die in der Gemeinde beliebte Kindergartenlehrerin Hanna Ackermann in Pension.

Für Matzendorf hat «Frau Ackermann» Geschichte geschrieben. Am 14. November 1977 begann sie in Matzendorf als Kindergartenlehrerin, noch unter ihrem ledigen Namen Hanna Wyss. Die ersten Unterrichtstage unter ihrer Führung fanden damals im Rohbau des Kindergartens statt, der noch nicht ganz fertiggestellt war. Unzählige Kinder gingen zu Hanna Ackermann in den Kindergarten. Sie kennt heute noch sämtliche Familien, sagt Ackermann.

Zuletzt gingen gar die Kinder ehemaliger Schüler zu ihr in den Unterricht. In all den Jahren habe sie gelernt, dass Freude und Sorge oft nahe beieinander liegen. Dies gelte bei Schülern, deren Familien und auch bei ihr persönlich. Ackermann galt als Kindergartenlehrerin, die es verstand, Trost zu spenden. Dank ihrer Erfahrung konnten jeweils die richtigen Wege eingeschlagen werden.

In Matzendorf ist «Hanna Ackermann» ein Begriff. «Ich habe zwar zwei Drittel meines Lebens in meinem Kindergarten verbracht, aber es war nicht nur Arbeit, es war viel mehr», sagt die Kindergartenlehrerin. Dabei sei ihr der Kontakt zu ihren ehemaligen Schülern, zu den Kolleginnen, den Eltern sowie auch zu den Vorgesetzten inklusive den Gemeindevertretern sehr wichtig. Daraus seien auch schon schöne Freundschaften entstanden.

Anlässlich der Schulabschlussfeier überraschten ihre Kindergarten-Kolleginnen, die Kindergartenlehrerin Nicole Sesseli und Heilpädagogin Judith Tschan, zusammen mit allen aktuellen Kindergartenkindern die Kindergartenlehrerin mit einem Schaukelstuhl mit bequemen Kissen sowie einer sehr langen Blumenkette mit Saatbomben. Dazu sangen die Kinder «Oh ig wett ä Blueme si». Dieses Lied hatten die beiden Kolleginnen mit den Kindern einstudiert.

Die Schulräte bis zur sechsten Klasse überreichten Hanna Ackermann jeweils einen Gutschein, den sie in den jeweiligen Klassen einlösen darf. Das Kollegium wandelte den berühmten Schlager «Marina, Marina, Marina» als Schnitzelbank «Oh Hanna, oh Hanna, oh Hanna» ab und gab Einblick in die Zusammenarbeit mit Hanna Ackermann.

Im Namen der Schulleitung erhielt die passionierte Kindergartenlehrerin ein Beton-Bänkli mit der Inschrift «HANNA» geschenkt. Ein Bänkli, auf dem auch Dolf, der Ehemann von Hanna Ackermann, Platz findet. Denn Dolf Ackermann hat den Kindergarten massgeblich mitgeprägt. So setzte er all die Jahre so manch gute Idee seiner Frau in die Tat um. Als es Mitte Juni letztmals auf den Kindergartenausflug ging, musste Dolf Ackermann mal wieder ran und sich zusammen mit seiner Frau um 23 Kinder kümmern.

Überraschungsfeier durchgeführt

Ende Juni fand im Pfarreiheim die Überraschungsfeier für Hanna Ackermann statt. Diese Feier führte die Fachkommission Bildung im Auftrag des Gemeinderates durch. Rund 150 aktuelle und ehemalige Kindergartenschüler der verschiedenen Jahrgänge, Ackermanns Familie, Freunde, Kolleginnen und Gemeindevertreter fanden sich zu dieser Feier ein. Völlig perplex betrat Hanna Ackermann den Saal und begrüsste jeden der Anwesenden persönlich.

Gemeindepräsident Marcel Allemann dankte Hanna Ackermann für alles, was sie all die Jahre geleistet hat. Ehemalige Schüler wie Regina Fuchs aus Aedermannsdorf und Kayne Kissling aus Matzendorf erzählten über ihre Erinnerungen an die Kindergarten-Zeit. Auch die langjährige Matzendörfer Schulleiterin Eveline Hänggi würdigte die Zusammenarbeit mit Hanna Ackermann in einer Ansprache. Und Erstklasslehrerin Sabrina Eggenschwiler erzählte, dass sie jeweils äusserst gut vorbereitete Kindergartenkinder in der Schule aufnehmen durfte.

Stefan Winistörfer, der als erster Jahrgang bei Hanna Ackermann in den Unterricht gehen durfte, mochte sich noch an ein paar Anekdoten erinnern. Aber auch Hanna Ackermann zeigte, dass sie noch vieles in bester Erinnerung hat: Ob ein verschmutztes Postauto, Masern oder gestohlene Blumen – die Anekdoten konnte sie den jeweiligen Jahrgängen zuordnen.

Das Fest glich einem grossen Klassentreffen. Mittendrin die baldige Pensionärin, die sich nun auf den Ruhestand freuen darf. Diese werde sie mit ihrer Familie und ganz viel Gartenarbeit verbringen.

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