Mümliswil-Ramiswil
«Fast wie in der eigenen Stube»: In Mümliswil gibt es wieder ein Café – und auch Blumen

Im August eröffneten Daniela Thomann und Colette Rieder mit «Blumen Vision» ein Café, indem es auch Floristik gibt. Nun kommt es zu einem Umbruch: Daniela Thomann führt den Laden selbstständig weiter.

Monika Kammermann
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Daniela Thomann in ihrem Café Blumen Vision in Mümliswil, in dem man auch Floristik erwerben kann.

Daniela Thomann in ihrem Café Blumen Vision in Mümliswil, in dem man auch Floristik erwerben kann.

Bruno Kissling

Begonnen hatte es eigentlich schon im Sandkasten – zumindest die Freundschaft von Daniela Thomann und Colette Rieder. «Wir kennen uns aus Schulzeiten, später teilten wir uns dann auch eine Zeit lang eine Wohnung im zürcherischen Meilen», erzählt Daniela Thomann.

Doch – wie das Leben so oft spielt, trennten sich die Wege der beiden Frauen. Thomann blieb noch ein paar Jahre in Zürich und sammelte damals schon erste Erfahrungen als Selbstständigerwerbende, indem sie ein Blumenatelier führte. Der Liebe wegen zog es sie wieder zurück in die alte Heimat nach Mümliswil.

Einige Jahre später führte das Schicksal die beiden Frauen wieder zusammen: «Als ich erfuhr, dass Colette in ihrem Café in Welschenrohr jemanden suchte, der Floristik anbot, war die Entscheidung für mich klar», erklärt die gelernte Floristin. Die Zusammenarbeit funktionierte für rund eineinhalb Jahre – bis die Coronapandemie kam und die Café-Inhaberin zur Schliessung zwang.

Das Konzept ist weitgehend dasselbe geblieben

Daraufhin eröffneten die beiden Frauen im August ein neues Café –ebenfalls mit Floristikangebot. Dieses Mal in Mümliswil. Es trägt den Namen «Blumen Vision» und befindet sich im Erdgeschoss des Wohnhauses der Familie Thomann im Winkel 1. «Als Colette mir hier mitteilte, dass sie aufhören möchte, musste ich schon ein wenig leer schlucken», erinnert sich die Floristin. Doch mehr oder weniger im selben Atemzug entstand die Idee für etwas Neues, da Rieder die Räume bei Familie Thomann – die sie zum ersten Mal sah – für ideal befand, um das gemeinsame Geschäft an diesem Ort weiterzubetreiben.

«Blumen Vision» ist seit August offiziell offen.

«Blumen Vision» ist seit August offiziell offen.

Bruno Kissling

Nach anfänglichen Zweifeln bezüglich des Lokals war die Idee von der «Blumen Vision» mit einem Café in Mümliswil geboren. Das Konzept ist weitgehend dasselbe geblieben: «Neu stehe ich mit ‹Blumen Vision› quasi in der Pole-Position», sagt Thomann. Was ebenfalls neu ist, sind spezielle Event-Angebote, die individuell gebucht werden können: ob die «Ladys-Night» für den Polterabend, das «Frühstück mit Herz» oder den Kindergeburtstag. Aber auch für Männer ist etwas dabei: Sie können Apérogebäck selber backen und einem «Gärtli»-Gesteck machen. Abgerundet wird der Herrenabend durch eine Whisky- oder Gin-Degustation. Thomann erklärt:

«Ich möchte mich zum Beispiel nicht nur auf Trauerfloristik konzentrieren. Das alleine ist mir zu einseitig.»

Weshalb das Angebot mit dem Café und den Events für sie sehr spannend sei.

Ein dickes Fell ist von Vorteil

«Blumen Vision» nahm bereits seit Muttertag Aufträge entgegen. Persönlich, telefonisch oder gar via Instagram seien Bestellungen reingekommen. «Offiziell eröffneten wir im August», erklärt Geschäftsfrau Thomann. Doch die Coronapandemie erschwere das Geschäftsleben immer noch spürbar, weshalb sich Rieder per Ende November entschied, eine neue berufliche Herausforderung in der ehemaligen Rösslibar in Balsthal anzunehmen. Das Angebot von Kaffee und Kuchen in der «Blumen Vision» bleibt jedoch bestehen. Rieder liefert weiterhin die Patisserie.

Mit dem eigenen Geschäft erfüllte sich Thomann einen lange gehegten Traum. «Die Idee hatte ich schon lang im Kopf, nur fehlte mir bis anhin der Mut», erklärt die dreifache Mutter. Ihre Berufswahl habe sie nie bereut – im Gegenteil, es ist seit je her ihr Traumjob. «Es war seit Zürich mein Wunsch, wieder einmal selbstständig tätig zu sein.»

In Mümliswil sei es nun einiges kleiner und persönlicher, wie sie selber findet. Und trotzdem:

«Ich musste mir schon ein dickes Fell zulegen. In Zürich war ich anonym.»

Kritik habe sie deswegen dort wenig bis gar nicht mitgekriegt, im eigenen Dorf sei das nun schon anders. Dennoch, die Reaktionen der Besuchenden seien positiv. Das freue sie sehr. Ein Gast meinte kürzlich erst, es sei fast, wie wenn man in der eigenen Stube sitzt.

Öffnungszeiten: Montag & Donnerstag: 14-17 Uhr, Mittwoch: 8.30-11 Uhr, Freitag: 8.30-11; 14-17 Uhr, Samstag: 2x pro Monat offen.

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