Nur schon die Durchführung dieses Events und der Name der aufspielenden Band sind inzwischen eine Verpflichtung, nämlich die Mehrzweckhalle zu füllen und das Publikum möglichst rasch auf hundertachtzig anzuturnen.

Viele Fans aus nah und fern strömten denn auch bei frostigen Aussentemperaturen zur einheizenden Performance von Opus One Orchestra. Eine top-begeisternde Band stand erneut auf der Bühne und erreichte im Handumdrehen mit ihrer funkigen Musikalität und Motivation die Herzen der Zuhörer.

Mit dem Leader aufgespielt

Nach einem kurzen Timeout von Walter Vonarburg im Jahre 2016 – interimistisch wurde die Band von Viktor del Ponte geleitet - stand die Formation wieder voll und ganz hinter ihrem alten Leader. Bereits mit den ersten Tönen kam eine enthusiastische Spielfreude ab der Bühne. Das farbige Feuerwerk war gezündet. «In Living Colour» war ja schliesslich das Konzertmotto.

Dass diese musikalische Begeisterung nun nicht mehr zu stoppen war, bewies schon das Startstück «Please don’t stop the music» von Jamie Cullum. Mit den Songs «Cryin» und «Whisper Not» zeigten die Musikerinnen und Musiker, dass sie erfolgreich an der Dynamik gearbeitet haben. Präzis und kompakt in exzellentem Big Band Sound erfolgte die Interpretation.

Gekonnte Soloeinlagen von allen Bandmitgliedern bereicherten die arrangierten Stücke. Alle Soli wurden mit viel Einfühlung gespielt, nie hörte das Publikum raue oder aggressive Töne. Da verlangte Stephan Meister den Tasten seines E-Pianos alles ab, Hansueli Tschumi griff mit lockerer Fingertechnik in die Saiten seiner Gitarre und entlockte ihr mit Leichtigkeit gespielte Tonfolgen.

Lyrische Klänge der diversen Saxofon, Posaunen- und Trompetensolisten erreichten das beeindruckte Publikum. Und mit «Orange Coloured Sky» verlieh Gabi Grob dem Konzertmotto mit ihrer klaren, dynamisch sehr differenzierten Stimme eine unverwechselbare Farbe.

Auf der Setliste stand «Bohemian Rhapsody» – ein harter Brocken. Die Band brachte dank ihrer seriösen Vorbereitung auch dieses mit viel Rhythmus- und Tonartwechseln gespickte Werk bestens über die Bühne. Interessant gestaltet das «Sunnedeck» von Patent Ochsner.

Vom anfänglichen Latino-Sound mit den führenden Gitarren leitete der Song beim Auftritt des Akkordeons in slawische Klänge über, und mit der sich dazugesellenden Blechsektion verlieh es dem Stück einen Touch von Balkan Brass. Mit dem Polo Hofer-Hit «Stets i truure», interpretiert durch die einfühlsamen Stimmen von Gabi Grob und Walti Vonarburg, floss viel spürbares Engagement ins Publikum.

Publikum verlangte Zugaben

Martina Flück gab als ausgewählte Zuhörerin ihr Statement zum Abend ab: «Für mi isch dä Ort und dä Obe es Stück Heimat, do ghöri ane.» Heftiger Beifall des Publikums forderte Zugaben. Die mitreissende Spektakelband versprühte als Dank nochmals ihre musikalische Energie in den Saal.

Und «mit emne Grossbrand is Härz vom Publikum» – frei nach Patent Ochsner – verabschiedete sich das Opus One Orchestra und entliess seine aufgeheizten Fans in die kalte Winternacht.