Matzendorf

Mehr Ort für die Biodiversität an der Dünnern

Zusammenkommen von Augstbach und Dünnern in der Klus bei Balsthal. (Archivbild)

In Zusammenarbeit mit der Interessensgemeinschaft Naturschutz Thal führte die Kreisschule Thal ein Projekt durch.

Der Verein Interessengemeinschaft Naturschutz Thal (INT) lancierte 2017 ein Projekt, welches zum Ziel hat, die Dünnern als natürlichen Lebensraum aufzuwerten. Die Interessensgemeinschaft konnte den Naturpark Thal und die Fischer Rolf Distel und Markus Egli mit ins Boot holen. Letztere beiden haben das Fischereirecht des Dünnernabschnitts Balsthal sowie des Rickenbächleins in Herbetswil gepachtet. In der Zwischenzeit hat der Solothurnische Kantonale Fischereiverband parallel zur Initiative der INT das Projekt «Fischer schaffen Lebensraum» ins Leben gerufen. Finanziert wird dieses über den Ökofonds des Energiekonzerns Alpiq.

Durch das Zusammenwirken der Interessensgemeinschaft Naturschutz Thal, des kantonalen Fischerverbandes, des Naturparks Thal, der Pächter und dem kantonalen Amt für Umwelt konnte bereits im September 2019 die erste von drei Etappen umgesetzt werden. In einer ersten Phase wurde im Rickenbächlein unter der Leitung von Pächter Markus Egli und Corina Roth, der Präsidentin der Interessensgemeinschaft Naturschutz Thal gebaut. In einer Projektwoche der Kreisschule Thal konnten die ersten 50 Meter mit Strukturelementen aufgewertet werden. Die Planung übernahm der Naturpark Thal, der auch das Werkzeug zur Verfügung stellte.

1. Etappe: Rickenbächlein in Herbetswil

Vor Ort schnitten die Schülerinnen und Schüler Haselruten und banden diese zu Faschinen, also zu walzenförmigen Reisig- oder Rutenbündeln, zusammen. Die Faschinen werden im Bach befestigt, um das Ufer zu verfestigen. Ebenfalls wurde der Uferbereich mit Lenkbuhnen versehen. Darunter sind besonders niedrige Steinwälle zu verstehen, die vollständig unter der Wasseroberfläche liegen. Die Buhnen sorgen für mehr festen Untergrund und Tiefe. Der zusätzliche Kies wurde auf der ganzen Projektlänge verteilt und dient als fester Untergrund für den Laich der Bachforelle.

Zweite Etappe an der Dünnern in Balsthal

In einer zweiten Etappe stellte am Mitte September die Luterbacher Firma Biogen an ihrem Personalanlass 12 Männer und Frauen für den Abschnitt in Balsthal zur Verfügung. Unter der Leitung von Rolf Distel, Markus Egli sowie Markus Jenny vom Naturpark Thal, schritten die Arbeiten voran. Auch diese Abschnitte versahen die Helfer mit Faschinen und Lenkbuhnen. Drei Kubikmeter Kies wurden für die Laichplätze verteilt.

Die eingebauten Strukturelemente bieten der Bachforelle und anderen Fischarten eine bessere Lebensqualität. Zusätzlich entstehen auch Unterstände zum Schutz vor Fressfeinden. Auch Insekten sollen angelockt werden, was das Futterangebot der Fische erhöht. Dies wird Biodiversität genannt, das Zusammenspiel aller Lebewesen.

2020 und 2021 folgen weiter Bach aufwärts die nächsten beiden Etappen mit den gleichen Akteuren an denselben Gewässern. Das Projekt sei ein Paradebeispiel dafür, wie viel für Natur und Biodiversität geleistet werden könne, so die Interessensgemeinschaft in ihrer Mitteilung. (mgt)

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