Egerkinger Wald

Luchs kommt jeden Tag zum Fressen – danach deckt er Reh mit Laub zu

Im Lostorfer Wald wurden schon einige Male Luchse von einer Fotofalle festgehalten. Jetzt hat sich ein solches Exemplar auch im Egerkinger Wald ablichten lassen. Wanderer hatten das gerissene Reh zuvor bei einem Wanderweg entdeckt.

Wanderer entdeckten das gerissene Reh am letzten Donnerstag bei einem Wanderweg unterhalb der Fluh in Egerkingen und meldeten ihren Fund der Polizei. Der Neuendörfer Dieter Runkel und ein Kollege haben das tote Reh dann geborgen. Für sie war bei den Spuren gleich klar: Das Reh wurde von einem Luchs gerissen. «Er beisst so lange in den Hals, bis das Tier tot ist. Dann beginnt er vom Hintern weg zu fressen», weiss Runkel, der die Jagdprüfung vor 4 Jahren absolvierte. Die Jäger haben das Reh ein Stück weit den Berg hinaufgebracht, es an einem Baum angebunden und zwei Kameras aufgestellt – eine fürs Bild, die andere um das Signal zu senden. 

Einen Tag später war der Luchs zum ersten Mal unter Aufsicht zum Fressen gekommen. Seither führt ihn der Weg jeden Tag zu seinem Riss. «Er deckt es mit Laub zu und kommt all Tag zurück zum Fressen», sagt Runkel. «Solange bis nur noch die Knochen übrig sind.» Pro Woche frisst ein Luchs ein ganzes Reh. 

Dass sich ein Luchs im Egerkinger Wald herumtreibt, war den Jägern im Revier 38 schon bekannt, hatte sich das Tier doch bereits mehrmals im Sichtfeld einer Fotofalle herumgeschlichen. Bereits vor vier Jahren gelang es Runkel, einen Luchs abzulichten. Auge in Auge stand er dann einem der Raubtiere letzten Herbst bei der Jagd gegenüber. 

Handelt es sich denn bei diesem Luchs etwa um denselben aus dem Lostorfer Wald, der erst kürzlich wieder von einer Fotofalle abgelichtet wurde? «Ich denke es nicht», schätzt Runkel. «Ich glaube, dass dieser Luchs hier heimisch ist.»

Zur Identifizierung des Tieres wurde ein Foto an KORA, die Fachstelle für Wildtiere in der Schweiz, gesendet. (ldu)

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