Neuendorf

Kreative Arbeit steigert den Selbstwert

Das sind die Mitarbeiterinnen des Atelier Aloïse Corbaz in Neuendorf: (v.l.) Claudia Brander, Deborah Fabian, Eliane Lehmann, Daniela Müller.

Das sind die Mitarbeiterinnen des Atelier Aloïse Corbaz in Neuendorf: (v.l.) Claudia Brander, Deborah Fabian, Eliane Lehmann, Daniela Müller.

Im «Atelier Aloïse Corbaz» in Neuendorf werden psychisch beeinträchtigte Menschen in ihrer Kreativität unterstützt.

Aloïse Corbaz (1886-1964) war eine Schweizer Künstlerin der sogenannten Art Brut-Stilrichtung. Sie lebte ab 1918 bis zu ihrem Tod in psychiatrischen Einrichtungen und schuf dort, dank wohlwollender Unterstützung, ein künstlerisches Werk von grosser Faszination. Genau diese kreative Kraft, die allen Menschen innewohnt, jedoch bei psychisch beeinträchtigen Personen eine weitere Ebene der Kommunikation sein kann, können seit März dieses Jahres bis zu 20 Personen im Atelier Aloïse Corbaz in Neuendorf kennenlernen und erproben.

Unter der Leitung der vier kreativen und vielseitigen Mitarbeiterinnen Daniela Müller, Teamleiterin, Claudia Brander, Eliane Lehmann und Deborah Fabian finden Betroffene eine Tagesstätte mit strukturiertem Angebot. Dies aber immer auf freiwilliger Basis, wie betont wird. Die Räumlichkeiten an der Dorfstrasse 29 in Neuendorf beherbergten früher einen Handwerksbetrieb, entsprechend grosszügig sind die 230 Quadratmeter angeordnet.

Gegen soziale Isolation

Durch die grosse Fensterfront zur Dorfstrasse hin, ist Tageslicht gewährleistet. Hier sind ein Bistro und diverse Sitzgelegenheiten zum Plaudern und Spielen zu finden. Auch Handarbeiten sind möglich, oder es hat eine Nische, um in Ruhe ein Buch oder eine Zeitung zu lesen. Im grossen Raum dahinter wurde eine Werkstatt eingerichtet, in welcher an langen Tischen und im Raum gemalt, gebastelt und gestaltet werden kann. «Wir organisieren aber auch Ausflüge zu Anlässen oder Ausstellungen, Spaziergänge und sorgen mit Spiel und Tanz für ausreichend Bewegung», sagt die Teamleiterin des Ateliers Daniela Müller.

Eine solcher Tagesstätte soll Betroffene auch vor sozialer Isolation schützen und ihnen durch ihre kreative Arbeit Selbstvertrauen geben sowie deren Lebensqualität steigern. «Wir leiten unsere Besucher an, kreativ tätig zu werden und geben ihnen Tipps und Ratschläge, wie sie das bewerkstelligen können», sagt Claudia Brander. «Es gibt auch Projekte, in denen mehrere Personen mit unterschiedlichen Beiträgen an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten.» Wichtig sei aber auch die Einbindung der Besucher in ganz alltägliche Arbeiten. «Unsere Klienten können ganz- oder halbtags zu uns kommen» sagt Daniela Müller. Dies bedeute auch für betreuende Angehörige eine Entlastung. Gerne kann man zunächst auch zum Schnuppern vorbeikommen. Bedingung sei, dass die Person IV-berechtigt ist.

Trägerschaft des Angebotes

Trägerschaft des Ateliers ist der Verein Intakt der das Wölfli Huus in Neuendorf und Solothurn unterhält, eine Einrichtung für betreutes Wohnen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung.

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