Seit dem 21. Januar ist die Kirche St. Martin in Egerkingen für die Gottesdienste geschlossen. Der Grund ist, dass der Innenraum, sämtliche Ausstattungsteile und der Schmuck, von der Spezialfirma Fontana & Fontana, Jona, gereinigt wird. «Die Kirche soll auf das 725-Jahre-Jubiläum hin in ihrem vollen Glanz erstrahlen», sagt Kirchgemeindepräsident Christian Studer. «Neben der Reinigung werden aber auch noch die Leuchtkörper auf LED umgestellt, es gibt einen neuen Teppich und neue Vorhänge.» 80 000 Franken wird die Reinigung und teilweise Renovation mit den neuen Anschaffungen kosten, so Studer. «Dieser Betrag wurde an der vergangenen Budgetversammlung der Kirchgemeinde gesprochen.

Zum dritten Mal in Egerkingen

«Es ist schon das dritte Mal, dass ich diese Kirche reinige», sag Hugo Stössel, Verantwortlicher Kirchenreinigung und Pflege der Spezialfirma aus Jona. «Schon in den Jahren 1993 und 2006 war ich hier. Ich kenne den Raum und die Ausstattung also», sagt er. Es sei die Regel, dass eine Kirche im Abstand von 13, 14 Jahren einer Reinigung unterzogen würde, erklärt er weiter, und ergänzt: «Katholische Kirchen haben es in der Regel nötiger als Reformierte. Ganz einfach, weil sie öfters in Gebrauch sind».
Der Schmutz, der sich an den weissen Wänden, und vor allem in den oberen Bereichen der Ecken ansammelt, zeigt sich in schwarzen Verfärbungen. «Es sind Staub-, Kerzenruss- und andere Schmutzpartikel, die durch die Besucher aufgewirbelt werden an den Wänden haften bleiben», so Stössel. Auch durch die grossen Temperaturunterschiede im Jahreslauf können Schäden im Mauerwerk und insbesondere an den Stuckaturen, sowie den vergoldeten oder bemalten Holzelementen entstehen. «Wir konservieren aber nur. Wir malen nichts selbst», hält der Fachmann fest.
Als Massnahme wird die sogenannten trocken-feucht Reinigung durchgeführt. Jeder Quadratzentimeter an Wänden, aber auch an Schmuckgegenständen und Altären wird gereinigt. «Mit einem Gummischwamm rubbeln wir den Schmutz von den Wänden, danach wird feucht mit einem Naturschwamm abgewischt. Wo es nötig ist, werden Risse ausgebessert und Bemalungen ersetzt oder ergänzt. «Zudem wird unsere Vergolderin fehlendes Blattgold an Figuren und Verzierungen wieder auftragen.»
Seit zwei Wochen ist Stössel mit seinem Mitarbeiter Ralph Assmann an der Arbeit. «Wir wohnen während der Woche in Egerkingen», sagt er lachend. Stössel liebt seine Arbeit. «Ich kenne sicher 400 Kirchen in der ganzen Schweiz. Dieses Metier übe ich jetzt schon bald 40 Jahre lang aus.» Auch im Solothurnischen habe er schon etliche Gotteshäuser gereinigt, «und bald werde ich wieder in der St. Ursenkathedrale in Solothurn arbeiten. Dort sind wir jährlich beschäftigt, indem wir uns abschnittweise um den Raum und die Innenausstattung kümmern.»
Die Kirchenreinigungs-Firma ist auch stolz auf die speziellen Gerätschaften, welche sie für ihre Arbeit entwickelt hat. «Unsere extra für den Kirchenraum umgebaute Hebebühne erleichtert das Arbeiten. Es ist sogar möglich, die Kirchenbänke im Raum stehen zu lassen und wir können trotzdem reinigen. Das ging früher nicht», so Stössel.
«Es ist auch im Interesse der Kirchgemeinden, dass der Kirchenunterhalt in einer gewissen Regelmässigkeit durchgeführt wird», erklärt Christian Studer. «So können die Kosten im Griff gehalten werden. Zudem sind wir auch der Bevölkerung verpflichtet, die unter Denkmalschutz stehende Kirche von Egerkingen zu pflegen und zu bewahren. «Am Sonntag, 17. Februar, wird die Kirche wieder eingesegnet und am 6. April wird ein grosses Konzert in der Kirche stattfinden. Darauf freuen wir uns heute schon», so Studer.