Gäu

Kantinenbetrieb in den grossen Unternehmen: «Schliessung stand nie zur Diskussion»

Dank strikt eingehaltener Hygieneregeln können Betriebskantinen offen bleiben.

Dank strikt eingehaltener Hygieneregeln können Betriebskantinen offen bleiben.

In den grossen Gäuer Unternehmen wie der Post oder der Migros geht der Betrieb in den Kantinen weiter – allerdings mit einigen neuen Regeln.

Auch wenn der Bund ab 26. April Lockerungen bezüglich der Anti-Coronavirus-Massnahmen angekündigt hat, so bleibt die Lage für die Schweizer Gastronomie unklar. Dennoch gibt es auch bei den Restaurants Ausnahmen, wie die Kantinen in den grossen Gäuer Betrieben Post, Migros, Vebo oder Bell, alle im Gäu angesiedelt, zeigen. Während normale Restaurants weiterhin geschlossen bleiben, darf in den Firmenkantinen ­Essen ausgegeben werden, ­wobei die Massnahmen des Bundes strikt eingehalten werden müssen.

«Ja, die Kantinen der Post dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Der Bundesrat hat erlaubt, dass Betriebskantinen weiterhin offen haben dürfen, sofern sie der Verpflegung der arbeitenden Bevölkerung dienen», sagt Denise Birchler, Mediensprecherin der Post. Das gilt nicht nur für den Standort in Härkingen, sondern auch für alle anderen Zentren in der Schweiz, mit Ausnahme des Hauptsitzes in Wankdorf in Bern. Auch wenn die Mitarbeitenden der Post weiterhin ihre Mahlzeiten in den Kantinen einnehmen dürfen, so erfolgt dies doch unter sehr strengen Regelungen. «Wir setzen die Vorgaben des Bundesrats in den Personalrestaurants um. Die Anzahl Personen in den Kantinen plus Mitarbeitende der Caterer wurden auf maximal 50 Personen begrenzt», sagt Birchler.

Kantinen für die Öffentlichkeit gesperrt

Damit diese Zahl auch wirklich eingehalten wird, führen die Caterer, beispielsweise jene der SV Group, Eingangskontrollen durch. In den Kantinen dürfen sich nur postinterne Personen einfinden und die öffentlich zugänglichen Terrassen wurden ebenfalls gesperrt. Um Social Distancing weiterhin zu wahren, wurden Stühle und Tische so angeordnet, dass die Arbeiter mindestens zwei Meter voneinander entfernt sind. «Grundsätzlich verpflegen sich in den Restaurants aber weniger Personen, da die meisten im Homeoffice tätig sind», weiss die Mediensprecherin.

Deswegen wurde der Menuplan eingeschränkt, da weniger Menschen das Personalrestaurants nutzen. «Es gibt aber nach wie vor Menus mit und ohne Fleisch. Allerdings gibt es keine Selbstbedienungsbuffets mehr und die Menge an produzierten Speisen ist der Anzahl der noch anwesenden Mitarbeitenden individuell angepasst», so Birchler. Das Zeitfenster für den Mittagsservice wurde um 45 Minuten ausgedehnt, damit sich die Gäste besser verteilen können. Eine Schliessung aller Kantinen wurde aber laut der Mediensprecherin bisher noch nicht in Erwägung gezogen.

Wegen des Schichtbetriebs muss es bleiben wie immer

Eine ähnliche Praxis wie bei der Post in Härkingen gilt auch im Betrieb für Frischfleisch in Oensingen, der Bell Food Group. «Unsere Personalrestaurants sind nach wie vor geöffnet», sagt Fabian Vetsch, Projektleiter Corporate Communication. Dennoch gilt auch hier, die strengen Richtlinien des BAG strikte einzuhalten. Vetsch schildert die Massnahmen, welche im Vergleich zum normalen Betrieb ergriffen wurden: «Unsere Personalrestaurants sind für externe Besucher nicht mehr zugänglich und nur noch für Mitarbeitende geöffnet.» Auch die sonstigen Massnahmen unterscheiden sich kaum von denjenigen, die im Verteilzentrum der Post getroffen wurden. «Es gibt eine neue Sitzordnung. Versetztes Sitzen erhöht den Abstand zwischen den einzelnen Personen», erzählt der Mediensprecher. Weiter wurden auch die Öffnungszeiten ausgedehnt und gestaffelte Essenszeiten eingeführt. Im Gegensatz zum Postverteilzentrum gab es aber keine nennenswerten Unterschiede hinsichtlich der Menus. «Lediglich das Selbstbedienungsbuffet wurde geschlossen», hält Vetsch fest. «Da unsere Mitarbeiten­-den teilweise im Schichtbetrieb arbeiten und zum Teil keine anderen Verpflegungsmöglichkeiten verfügbar sind, stand eine Schliessung der Kantine nicht zur Diskussion», sagt der Projektleiter.

Auch die Genossenschaft Vebo, die ihren Hauptsitz in Oensingen hat, meldete sich zu Wort. «Wir haben acht Werkstätten im Kanton, die von der Produktion des Restaurants Treffpunkt beliefert werden», sagt Ueli Santschi, Geschäftsführer Gastro, auf Anfrage. Auch hier achtet man auf die stren-gen Massnahmen des BAG. So werden beispielsweise in der Genusswerkstatt an der Staad­ackerstrasse 15 in Oensingen keine externen Besucher mehr verpflegt. «Allerdings gibt es draussen einen mobilen Take-away-Wagen, wo Brot oder Sandwich angeboten werden», sagt Santschi. Auch das Personalrestaurant Treffpunkt an der Werkhofstrasse 8 in Oensingen bleibt nur für interne Mitarbeitende geöffnet, allerdings reduziert. Denn: «Es dürfen sich nie mehr als 50 Personen in der Kantine einfinden.»

Durchführbarkeit dank strikter Essenszeit

Damit dies auch bis zu den Lockerungsmassnahmen des Bundes strikt eingehalten wird, wurde ein strikter Ablaufplan ausgearbeitet. Darin wurde festgelegt, welche Abteilung wann zum Essen kommen kann. «Bisher wurde dies sehr gut eingehalten. Wir überprüfen das auch vor Ort», sagt Santschi. Wegen der begrenzten Anzahl an Restaurantgästen wird auch der Menuplan sehr vereinfacht. «Pro Tag bieten wir nur noch ein Tagesmenu und ein vegetarisches Menu an. In der Vor-Corona- Zeit gab es vier Menus», sagt der Geschäftsführer Gastro. Laut Santschi soll es bald auch einen Lieferservice geben.

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