Besuch

«Ich war doch gerade noch eine junge Frau» – Balsthalerin feiert ihren 100.Geburtstag

Johanna Gruber-Diemand zwischen Sohn Roland und Ehemann Arthur. Dahinter corona-konform (v.l.)Pierino Menna, Standesweibel Andreas Hofer, Brigitte Wyss und Andreas Eng.

Johanna Gruber-Diemand zwischen Sohn Roland und Ehemann Arthur. Dahinter corona-konform (v.l.)Pierino Menna, Standesweibel Andreas Hofer, Brigitte Wyss und Andreas Eng.

Johanna Gruber-Diemand aus Balsthal konnte am Sonntag ihren 100. Geburtstag feiern. Am Dienstag kam die Regierung vorbei.

Wenn sie sich eines ihrer vielen Fotoalben anschaut, dann schwelgt Johanna Gruber-Diemand in guten Erinnerungen. Auf den vielen Fotos ist sie einmal vor einem riesigen Gong in Bali zu sehen, einmal steht sie im Sand vor der Sphinx in Kairo und dann wieder sieht man sie auf Safari in Kenia. «Ich bin immer gerne gereist, auch weit», erzählt sie. In der ganzen Welt ist sie, die Hanni gerufen wird, mit ihrem Mann Arthur herumgekommen, und das zu einer Zeit, als das Fliegen noch anstrengend und mit vielen Zwischenlandungen verbunden war.

Davon zeugen ein Foto mit ihr vor einer «Caravelle» der Swissair und eine lange Liste auf fünf Seiten, auf welcher Arthur Gruber minutiös alle Reisen aufgeschrieben hat.

Aber immer ist Johanna Gruber wieder gerne nach Balsthal zurückgekehrt, in ihr Dorf, wo sie am 18. Oktober 1920 am damaligen Seidenweg – unmittelbar hinter dem Kornhaus – geboren wurde. Hier habe sie als Sechsjährige die grosse Überschwemmung erlebt, als das Wasser bis zwei Meter hoch durch die Strassen floss.

«Ich spüre meine 100 Jahre schon, aber ...»

Seit 1965 lebt sie zusammen mit ihrem Mann Arthur Gruber in einem Einfamilienhaus gleich hinter den Büros der Spitex. Aber auf deren Dienste sei sie nicht angewiesen. «Ich spüre meine 100 Jahre schon, aber es geht mir eigentlich recht gut. Mein Mann und mein Sohn schauen bestens zu mir.» Nur wieder etwas besser gehen können möchte sie, sonst ist sie zufrieden. «Ich staune selber, wie schnell die hundert Jahre vorbeigegangen sind», sagt das gutgelaunte Geburtstagskind mit einem Lächeln, «ich war doch gerade noch eine junge Frau.»

In die Zeitung habe sie es in ihren 100 Jahren bis heute nie gebracht, sagt sie. Das mache sie jetzt etwas aufgeregt, so wie auch der angekündigte Besuch der Regierungsrätin Brigit Wyss mit Staatsschreiber Andreas Eng vom Dienstag.

Sehr alt werden, das gehört in der Familie schon fast zur Normalität: Grossvater Albert Fluri feierte in ihrem Wohnzimmer im September 1967 seinen 100. Geburtstag und auch Ehemann Arthur Gruber, einst Geschäftsführer bei der Oensingen-Balsthal-Bahn, ist 92 Jahre alt. Bei der gemeinsamen Arbeit für die OeBB haben sich die beiden vor über 60 Jahren denn auch kennen gelernt. 1961 ist Sohn Roland geboren. Zu ihrem Geburtstag wünscht sich Johanna Gruber einen Ausflug ins Berner Oberland, auf die Rosenlaui oberhalb Meiringen. Und wer die Ehre hatte, mit den beiden in ihrer Stube einen Schwatz abzuhalten, der wünscht sich auch ein so langes und erfülltes Leben wie das Ehepaar Gruber.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1