Gemeindepräsident Edgar Kupper konnte 51 Stimmberechtigte zur Budget-Gemeindeversammlung begrüssen. Traktandiert war der freiwillige Beitrag zur Unterstützung von Balsthal für die Verkehrsanbindung Thal. Die Gemeindepräsidenten-Konferenz Thal hat beschlossen, sich mit einem freiwilligen Beitrag von 2 Mio. Franken an den 7 Mio. Franken für Balsthal zu beteiligen. Nach dem errechneten Schlüssel wurde für Laupersdorf ein Anteil von knapp 390 000 Franken berechnet. Dieser Beitrag würde auf zehn Jahre verteilt, mit dem Baubeginn frühestens 2021 fällig. Nach kurzer Diskussion – ein Votant forderte prioritär die Sanierung von Gemeindestrassen, wie die sich in einem schlechten Zustand befindende Hohlstrasse, anstelle eines Beitrages an die Gemeinde Balsthal – wurde diese Kostenbeteiligung mit grossem Mehr bei 3 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen genehmigt.

Bewilligt wurde im Investitionsprogramm 2019 ein Planungskredit für die Sanierung der Schulhäuser und des Kindergartens von 95 000 Franken und die Anschaffung von Schulmobiliar von 90 000 Franken. Für die Schulanlagen wurde ein Raumkonzept, ausgerichtet auf 20 Jahre und für die Unterbringung von acht Klassen der Primarschule und zwei Klassen des Kindergartens erstellt. Der Kindergarten soll am bisherigen Standort bleiben. Hier wären nur kleinere Renovierungen und Anpassungen notwendig. Im Schulhaus Sunnmatt würde die Schaffung von Gruppenräumen vorgenommen. Renovationsbedürftig ist vor allem das Schulhaus Linden. Eine Grobkostenschätzung veranschlagt für die Sanierung der Schulhäuser und des Kindergartens Kosten von insgesamt 1,868 Mio. Franken.

«Der Rainweg ist nur minimal ausgebaut. Die Strasse ist schmal, der Belag in einem schlechten Zustand und es gibt hier keine Randabschlüsse und keine Entwässerung. Doch in diesem Gebiet herrscht eine rege Bautätigkeit vor», erklärte Adrian Schaad, Präsident der Werkkommission. Nun möchte man diese Sammelstrasse im Abschnitt Abzweigung Kirchenfeldstrasse bis Bodenacker ausbauen und gleichzeitig eine neue Wasser– und Abwasserleitung einbauen. Einstimmig genehmigte die Versammlung dafür einen Kredit von 620 000 Franken. Von der Gebäudeversicherung ist mit einem Beitrag von 30 000 Franken zu rechnen und die Perimeterbeiträge (60 Prozent) der Landanstösser belaufen sich auf 195 000 Franken. Mit dem Ausbau würde im Sommer 2019 begonnen werden.

Steuerfuss wird gesenkt

Genehmigt wurde auch das von Gemeindeverwalter Stefan Schaad im Detail vorgestellte Budget 2019. Dieses sieht bei einem Aufwand von 8,125 Mio. Franken und einem Ertrag von 8,233 Mio. Franken einen Ertragsüberschuss von 108 404 Franken vor. Die Investitionsrechnung 2019 schliesst mit einer Nettoinvestitionssumme von 415 000 Franken. Es resultiert ein Finanzierungsüberschuss von 264 977 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad beläuft sich auf 163,85 Prozent. Somit kann eine Neuverschuldung vermieden werden. Die Spezialfinanzierungen schliessen gemäss Budget 2019 unterschiedlich ab.

Bei der Wasserversorgung ist ein Aufwandüberschuss von 26 983 Franken budgetiert und bei der Abwasserbeseitigung ein Ertragsüberschuss von 15 434 Franken, sowie bei der Abfallbeseitigung ein Ertragsüberschuss von 6485 Franken. Die Grundgebühren werden bei der Abwasserbeseitigung um 10 Franken pro Wohnung reduziert und dafür bei der Abfallbeseitigung um 10 Franken pro Wohnung erhöht. Es wird für das Jahr 2019 mit einem im Vergleich zu den Vorjahren leicht höheren Gesamt-Steuerertrag von 4,234 Mio. Franken gerechnet. An das hauptamtliche Gemeindepersonal wird analog dem Staat ein Teuerungsausgleich von 1 Prozent entrichtet. Der Steuerfuss für natürliche Personen wird von bisher 127 Prozent auf neu 125 Prozent der einfachen Staatssteuer gesenkt. Für juristische Personen bleibt der Steuerfuss unverändert bei 105 Prozent.

Die finanzielle Situation von Laupersdorf ist nach wie vor geprägt von beträchtlichen Schulden (rund 6 Mio. Franken) und zusätzlichen Abschreibungen von jährlich rund 430 000 Franken (altes Verwaltungsvermögen). Stefan Schaad erwähnte, dass der Finanzplan 2019 bis 2023 eine erfreuliche Tendenz aufzeige. Trotz der Steuerfusssenkung werden in den nächsten Jahren jeweils Ertragsüberschüsse möglich sein. Dies sei auf die Faktoren Ausgabendisziplin und höhere Beiträge aus dem Finanz- und Lastenausgleich zurückzuführen. In den Jahren 2019 bis 2023 sind Netto-Investitionen von rund 5 Mio. Franken vorgesehen. Dies werde zu einer zusätzlichen Verschuldung führen. Die Versammlung genehmigte das Budget 2019 einstimmig.

«Um das Label für den Naturpark Thal für weitere zehn Jahre zu beantragen, müssen alle neun Naturpark-Gemeinden dem Parkvertrag zustimmen», erklärte Edgar Kupper. Der Beitrag der Gemeinden liegt bei 5 Franken pro Einwohner und Jahr. Die Versammlung stimmte der Erneuerung des Naturparklabels für die Jahre 2020 bis 2029 einstimmig zu.