Herbetswil

Freie Zeit in Coronakrise: Schulbuben räumen ihren Schulweg

Nils und Ronny Schmid.

Nils und Ronny Schmid.

Die Familien Schmid und Heer nutzen die freie Zeit in der Coronakrise dafür, um die Strasse nach Herbetswil von Littering zu befreien.

Die Coronazeit ist und bleibt für viele Eltern eine Herausforderung. Nebst den Arbeitsaufträgen durch die Schule gilt es, die Kinder über den Rest des Tages sinnvoll zu beschäftigen. Dass dies in ländlichen Gegenden und besonders auf Bauernhöfen bedeutend einfacher ist, als in den Städten oder in Blockwohnungen, liegt auf der Hand. Die Natur lädt förmlich ein, Entdeckungen zu machen und Theoretisches praktisch umzusetzen und zu erklären.

Die Strasse von Herbetswil über die Schmiedenmatt nach Farnern ist ein beliebter Weg für die Fahrt ins Blaue mit dem Auto oder dem Motorrad, eine sportliche Aktivität mit dem Velo oder auch Wanderer mit oder ohne Hund trifft man immer wieder an. Dass viele dieser Passanten ihren Kehricht in den Wald werfen, stellen die Familien Schmid und Heer, die auf der Schmiedenmatt wohnen, täglich fest.

Farbkessel, Pneus, Alteisen oder Robidog-Säcke

So haben sich Margrit und Emil Heer mit Ronny und Nils Schmid die Aufgabe gesetzt, den 4,6 Kilometer langen Strassenabschnitt von der Thalstrasse bis auf die Schmiedenmatt vom Littering zu säubern.

Die Idee für dieses Projekt hätten sie schon lange gehabt, sagt Eveline Heer. Normalerweise müssen ihre Neffen Nils und Ronny Schmid jeden Tag über diese Strasse in Herbetswil zur Schule. Da nun die Schule ruhte, blieb Zeit für andere Projekte. «Es ist kaum zu glauben, was sie alles zusammengelesen und anschliessend korrekt entsorgt haben», so Heer. Glasflaschen, Aludosen, Spraydosen, Flüssigwaschmittelbehälter, Teile vom Motorradhelm, Zigarettenpäckli und Filter, Verpackungsmaterial aus Styropor, Farbkessel mit Malerutensilien oder Farbe, ein Tor, beschichtete Bretter, Pneus und auch Alteisen. Und zu guter Letzt: Robidog-Säcke mit Inhalt.

Die Familien Heer und Schmid füllten einen 110 Liter Sack mit Verbrennungsmaterial – der grosse Rest musste in die Spezialentsorgung gebracht werden. Wenn auf einem bloss 4,6 Kilometer langen Abschnitt eine solche Unmenge zusammengelesen wird, stimme dies nachdenklich, so Heer. Es scheine noch immer nicht in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein, dass Littering ökologischen Schaden verursacht, für Mensch und Tier gefährlich ist und mit viel Kosten verbunden ist. (mgt/yas)

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