Oensingen

«Es soll so bleiben wie jetzt»: Bevölkerung will weiterhin die Luxus-Variante für das Abfallwesen

Die Oensinger Bevölkerung will weiterhin die Sammelstelle nutzen, welche die Firma Eggenschwiler zur Verfügung stellt

Die Oensinger Bevölkerung will weiterhin die Sammelstelle nutzen, welche die Firma Eggenschwiler zur Verfügung stellt

In Oensingen gab es immer wieder Stimmen, die sich über die hohe Abfallgebühr beklagten. Diese schienen nun verstummt zu sein.

Die Grundgebühr für die Abfall-Entsorgung sei im Vergleich zu anderen Gemeinden teuer. Immer wieder gab es an den Gemeindeversammlungen in Oensingen Voten dieser Art. «Es hiess jeweils, die Gemeinde solle auch die Kostenseite anschauen», sagt Georg Schellenberg, der im Oensinger Gemeinderat das Ressort Infrastruktur verantwortet.

Die Gemeinde erhörte die kritischen Stimmen und beleuchtete das Abfallwesen neu. An einer Infoveranstaltung stellte sie am Dienstagabend der Bevölkerung vier Varianten vor, wie die Gemeinde die Entsorgung künftig lösen könnte. Das Interesse war gross – rund 50 Personen kamen. Und die Anwesenden kamen zum Schluss, dass es die bisherige Lösung eben doch die Beste ist. «Alle haben sich dafür ausgesprochen, dass es so wie jetzt bleiben soll», berichtet Schellenberg.

Alternative: Nach Oberbuchsiten oder Balsthal

Neben der üblichen periodischen Kehrichtentsorgung, Grünabfuhr, Papiersammlung und der Abfuhr der Sonderabfälle will Oensingen weiterhin auf die Dienste der Firma Eggenschwiler vertrauen. Diese betreibt an der Nordringstrasse eine Sammelstelle für Wertstoffe, was die Gemeinde jährlich mit 136000 Franken vergütet. Damit die Gemeinde diese Dienstleistung bieten kann, muss jeder Haushalt pro Jahr 100 Franken Grundgebühr bezahlen. Für Gemeinderat Schellenberg ist der Entscheid der Bevölkerung, am bisherigen Entsorgungssystem festzuhalten, richtig. «Wir hätten die Grundgebühr mit einer massiv eingeschränkten Lösung bloss um 40 Franken senken können», sagt er.

Bei der vorgestellten Variante einer Abholsammlung hätte sich die Grundgebühr auf 70 Franken belaufen. Für diese hätte die Gemeinde Sammelstellen im Leuenfeld und Unterdorf benötigt und zusätzlich Karton und Papier abgeführt. Eine weitere Variante hätte vorgesehen, dass die Bevölkerung die Wertstoffe an Sammelstellen in Oberbuchsiten oder Balsthal entsorgt. In diesem Fall wäre die Grundgebühr auf rund 55 Franken gesenkt worden. Die vierte Variante sah vor, dass sich die Gemeinde Oensingen an der Wertstoffsammelstelle in Niederbipp beteiligt. Diese hätte jedoch ausgebaut werden müssen und die Grundgebühr wäre mit 80 Franken pro Jahr nur unwesentlich tiefer ausgefallen. «Wir müssen auch an die Menschen denken, die kein Auto haben», gibt Schellenberg zu bedenken.

Gebühren für das Gewerbe sind zu tief

Obwohl die Bevölkerung sich am Dienstagabend für den Status quo aussprach, wird die Werkkommission das Abfallwesen nun nochmals überarbeiten. Der Gemeinderat möchte an der nächsten Gemeindeversammlung im Juni eine Reglementsanpassung beantragen, denn die Verwaltung möchte kleinere Änderungen vornehmen, wie Bauverwalter Andreas Affolter auf Anfrage sagt. «Für das Gewerbe, das Container abführen lässt, ist die Grundgebühr zu tief», sagt er. Die aktuelle Gebühr von 250 Franken müsse ungefähr verdoppelt werden, um einigermassen kostendeckend zu sein. Unter anderem wird über die Grundgebühr nämlich der Transport finanziert und dieser sei bisher unverhältnismässig durch die privaten Haushalte getragen worden. Die Gemeinde will dies korrigieren, womit die Haushaltsgebühr leicht sinken könnte.

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