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«Es geht vorbei und du bist nicht alleine»: Spitex-Klienten erhalten Zeichnungen und Briefe

Briefe und Zeichnungen von Kindern aus der ganzen Schweiz erreichten die Spitex-Klienten aus Wolfwil, Fulenbach und Kestenholz.

Briefe und Zeichnungen von Kindern aus der ganzen Schweiz erreichten die Spitex-Klienten aus Wolfwil, Fulenbach und Kestenholz.

Rührende Aktion der Spitex Wolfwil-Fulenbach-Kestenholz zugunsten ihrer Klientinnen und Klienten: Eltern und Kinder werden gebeten, Briefe oder Zeichnungen zu verfassen – ein Erfolg.

Die Leiterin der Spitex Wolfwil-Fulenbach-Kestenholz Manuela Grossenbacher hatte am vergangenen Sonntag eine Idee: Wie wäre es, wenn sie einen Aufruf in den Sozialen Netzwerken starten würde, und darin Eltern und ihre Kinder bitten würde, Zeichnungen und Briefe für ihre Spitexklientinnen und –Klienten zu verfassen. «Unsere Klienten, von denen viele schon immer nicht gerade von ‹Besuch› überrennt werden, spüren ihre Einsamkeit in diesen Tagen besonders heftig. Es schlägt auf ihre Psyche», weiss Grossenbacher. Auf der anderen Seite ist es vielen Kindern zuhause langweilig, weil sie nicht zur Schule gehen oder ihre Freunde treffen können, und die Eltern sind froh, wenn ihre Jungmannschaft eine Beschäftigung hat.

Gedacht – getan:  «Seit dem Aufruf werde ich von Zeichnungen und Briefen überschwemmt», freut sich Grossenbacher. «Bis Dienstagmittag sind sicher 120 Briefe per Post bei mir eingetroffen. Und sie stammen nicht nur aus der näheren Umgebung. «Die Botschaft hat Kinder in der ganzen Schweiz angesprochen. Auch kleine Mitbringsel, wie angemalte Steine oder andere Basteleien seien bei ihr abgegeben worden. Und sie berichtet zudem: «Am Dienstagmorgen läutete es an meiner Türe und zwei Polizisten standen davor. Ich überlegte mir, ob ich wohl zu schnell gefahren sei. Doch die Polizisten brachten Zeichnungen und Briefe ihrer Kinder vorbei.» Es habe darunter Briefe gehabt, die einem die Tränen in die Augen trieben, erzählt Manuela Grossenbacher gerührt. Und beschreibt den Brief der neunjährigen Emilia aus Herbetswil, die von der Geschichte der Arche Noah schreibt.

Die Briefe und Zeichnungen wurden nun auf die verschiedenen Touren der Spitexmitarbeiterinnen verteilt und jeder, der rund 100 Klienten erhielt ein solches persönliches «Geschenk», erläutert die Leiterin. «Die Leute hatten extrem Freude gehabt und gespürt, dass man an sie denkt.» Es sei doch eine sehr schöne Geste von Jung zu Alt, wenn ein Kind zum Beispiel schreibe: «Liebs Grosi, es geht vorbei und du bist nicht alleine.»

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