Härkingen

Es gab kritische Stimmen gegen das 8-Millionen-Projekt – doch gehört hat sie niemand

Hier hätten die Mehrfamilienhäuser entstehen sollen.

Hier hätten die Mehrfamilienhäuser entstehen sollen.

Gerhard Studer wehrte sich mit allen Mitteln gegen die Überbauung in Härkingen, die an der vergangenen Bürgergemeindeversammlung abgelehnt wurde. Gehör habe er sich aber kaum verschaffen können.

«Wieso meldeten sich die kritischen Stimmen nicht während des Planungsprozesses?», fragte Bürgergemeindepräsident Urs Jäggi nach dem Nein zum Bau zweier Mehrfamilienhäuser. Für Gerhard Studer ein Affront. Studer als Urheber eines Flugblatts hat vermutlich dazu beigetragen, dass die Härkinger Bürgerinnen und Bürger das Projekt an der Urne verwarfen. Er versuchte, mit etlichen Briefen und Einsprachen die aus seiner Sicht bestehenden Schwachpunkte des Bauvorhabens aufzuzeigen.

Seine Versuche seien allerdings erfolglos gewesen, sagte Studer zwei Tage nach der Abstimmung. Bereits im Dezember 2017, als der Bürgerrat das Projekt erstmals vorgestellt hatte, richtete Studer einen Brief an die Bürgergemeinde. Studer setzte sich in seinen Schreiben auch für die Anstösser des Projekts ein. Zu hoch sei das Mehrfamilienhaus mit den vier Stockwerken. Das Projekt verfüge über zu wenig kleine Wohnungen für die Jugend, die im Dorf bleiben möchte, oder für ältere alleinstehende Personen. Der Bau wirke wie ein «Fremdkörper», schrieb er in seiner ersten Stellungnahme zum Gestaltungsplan und später auch im Flugblatt. Der Bürgerrat habe ihm daraufhin mitgeteilt, er, der Bürgerrat, ziehe das Projekt durch, wie es der Architekt ausgearbeitet habe. «Wir können nicht auf alle Anliegen eingehen», sagte Präsident Jäggi im September gegenüber dieser Zeitung, als das Projekt in endgültiger Form vorlag. Offensichtlich verfing die Botschaft der Projekt-Gegner, wonach der Bürgerrat die Mitwirkung unzureichend berücksichtigt habe. Wie stark es dazu verhalf, die beiden Mehrfamilienhäuser zu verhindern, bleibt Spekulation. Präsident Urs Jäggi war auch nach der Abstimmungsniederlage vom Projekt überzeugt. Nur kam die offizielle Botschaft nie bei allen Bürgern an. (yas)

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