«Es wurde Zeit, die Dorfstrasse Mümliswil zu sanieren», sagt Adrian Schaad, Projektleiter Strassenbau des Amtes für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn. «Die Strasse nordwärts, ab der Liegenschaft Möbel Kamber bis hin zur Limmernbachbrücke befindet sich in einem schlechten Zustand. In erster Linie muss der Belag saniert werden, und gleichzeitig soll die Dorfstrasse auch endlich gesamthaft ein Trottoir erhalten», fasst Schaad zusammen.

Die Knacknuss

So ist geplant, den jetzt noch provisorisch gelb markierten Fussgängerbereich ab Liegenschaft Möbel-Kamber als richtigen Gehweg neu zu bauen. Ab der Kreuzung Hintere Gasse, also der Bereich zwischen der Liegenschaft Floripac Büttler AG und der Häuserzeile Alter Postplatz, befindet sich jedoch die grösste Knacknuss dieser Sanierung. Schaad: «Die Strasse ist hier stark verengt. Insgesamt ist sie nur 4,32 Meter breit. Es ist also heute schon so, dass das Kreuzen des Autoverkehrs nicht ohne Absprache oder Handzeichen möglich ist.» Eine Art «natürliche» Verkehrsberuhigung also. «Um hier einen Gehweg zusätzlich zu bauen, bedarf es einer unkonventionellen Lösung, denn für das Trottoir benötigt man in der Regel alleine zwei Meter», sagt Schaad. «Und dieses hier auch noch einzubauen, wäre schlicht unmöglich.»

So habe man Varianten geprüft, damit Fussgänger und Verkehrsteilnehmer sicher diesen Abschnitt passieren können. «Die aufwendigste Variante wäre die Schaffung einer Galerie, die durch die Liegenschaft Büttler hindurch geführt worden wäre. Das erschien uns dann doch als zu kostenintensiv. Der Hausbesitzer hätte zudem eine grosse Fläche seiner Liegenschaft hergeben müssen», erklärt Schaad. «Auch wären wir dadurch, dass im Haus noch eine Treppe zu berücksichtigen gewesen wäre und die Galerie daher nur mit einer Breite von 1,6 m realisiert werden könnte, dem Ziel dann doch nicht näher gekommen.»

Als die sinnvollste und verträglichste Lösung für alle Beteiligten wurde dann die Variante «Anschnitt» gewählt. Damit ist vorgesehen, die nördliche Hausecke des Hauses Büttler baulich so zu verändern, dass im Bereich der Engstelle eine Fahrspur von 3,5 m und ein Trottoir von 2,0 m Breite gebaut werden kann. «Damit sind die Kosten tiefer, der Eingriff weniger gut sichtbar und das Ziel der Sicherheit wird erreicht», sagt Schaad und betont, dass bei dieser Massnahme auch dem Erhalt des Dorfbildes Rechnung getragen werde.

Mit Liegenschaftsbesitzer Büttler habe man diesbezüglich konstruktive Verhandlungen geführt, erklärt der Baufachmann weiter. Erst vor kurzem sei die entsprechende Vereinbarung zwischen dem Kanton Solothurn und dem Liegenschaftsbesitzer unterzeichnet worden. Die Innen-Raumfläche, welche «geopfert» werden muss, beträgt rund 2 Quadratmeter. Schaad: «Alle Kosten, die mit diesem Bauvorhaben entstehen, übernimmt der Kanton Solothurn. Er bezahlt diese über das Strassenbauprojekt.

Mit lärmdämmendem Asphalt

Der Trottoirbau wird danach in Richtung Norden weitergezogen. Beim ehemaligen Bauernhaus Stalder muss noch ein Landerwerb abgewickelt werden, erklärt der Projektleiter weiter. Danach kann auf das bereits seit Jahren bestehende Trottoir zurückgegriffen werden; die Strasse wird bis zur Limmernbachbrücke weiter saniert. Eingebaut wird überall ein lärmdämmender Asphaltbelag. Gleichzeitig nutze die Einwohnergemeinde die Bauarbeiten, um Wasserleitungen und Kanalisation dort, wo es nötig ist, zu reparieren, weiss Schaad.

Die ganzen Arbeiten sollen Anfang Herbst 2019 beginnen. «Es wird sicher zu Sperrungen und Umleitungen kommen», sagt Schaad. «Doch das sollte im erträglichen Rahmen bleiben», ist er überzeugt.

Die öffentliche Planauflage findet vom 26.4. bis 27.5.2019 statt.