Abfallentsorgung
«Elektro-Ghüderwagen» fährt neu auch durchs Thal

Seit Mitte Dezember werden im Thal Abfallentsorgungstouren versuchsweise mit einem Elektronutzfahrzeug durchgeführt. Die Mitarbeiter seien von den Fahrzeugen begeistert.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Seit gut einem Monat ist in den Thaler Gemeinden ein elektrobetriebener Entsorgungslastwagen im Einsatz.

Seit gut einem Monat ist in den Thaler Gemeinden ein elektrobetriebener Entsorgungslastwagen im Einsatz.

zvg

Was bei den Personenwagen vermehrt anzutreffen ist, soll auch im Nutzfahrbereich die Zukunft sein: das elektrobetriebene Fahrzeug. Seit vergangenen Dezember ist ein Abfallentsorgungswagen der Bieli Transport AG auch im Thal anzutreffen. «Es ist ein Fahrzeug, welches zu unserer Firmengruppe gehört», sagt Peter Eggenschwiler, der Geschäftsleiter. Solche Fahrzeuge von uns sind bereits im Schwarzbubenland, im Dorneck und im Oberen Baselbiet erfolgreich im Einsatz und nun sind wird daran, Erfahrungen für die Entsorgungstouren im Thal zu sammeln.»

«Sie sind leiser und deshalb angenehmer zu fahren»

Genau sind es vier elektrisch angetriebene Kehrichtfahrzeuge und drei elektrisch betriebene Hakengeräte, die Container transportieren können, die «ännet» dem Passwang seit einem halben Jahr im Einsatz stehen, gibt Adolf Rütti, der stellvertretenden Geschäftsleiter bekannt. «Und sie funktionieren wirklich gut.» Klar gäbe es hin und wieder Kinderkrankheiten, die behoben werden müssten, aber so etwas käme halt bei Neuentwicklungen vor. «Man muss auch bedenken, dass wir bei den Dieselfahrzeugen auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken können.»

Doch Rütti zählt die Vorteile der elektrobetriebenen Fahrzeuge auf: «Sie sind leiser und deshalb angenehmer zu fahren. Das melden uns die Fahrer und auch die Mitarbeiter, die hinten auf den Fahrzeugen stehen und die Abfallcontainer leeren, sind von diesen Fahrzeugen begeistert.»

Zweieinhalb Stunden um die Batterie voll zu laden

«Klar gibt es auch Nachteile, und das ist vor allem in der Reichweite begründet», sagen Eggenschwiler und Rütti. «Doch hier gilt es, die Entsorgungstouren so zu organisieren, dass wir eine Batterieladung möglichst effizient einsetzen. Denn nichts ist so heikel, wie den Entsorgungstag einer Gemeinde zu verändern», meint Adolf Rütti. «Dazu kommt, dass im Winter die Batterieladung – ähnlich wie beim Handy – auch nicht so leistungsfähig ist wie bei wärmeren Temperaturen.» Eine gute Planung heisse zudem auch, an die Pausen der Mitarbeiter zu denken, denn die Batterie voll zu laden, benötige rund zweieinhalb Stunden. In der Region stünden derzeit auf dem Vebo-Gelände in Oensingen und im Moos in Balsthal Ladestationen zur Verfügung.

Entsorgung mit Elektroantrieb für die Energiestadt

«Wir sehen den Einsatz solcher Fahrzeuge eher im urbanen oder im kompakten dörflichen Umfeld», sagt Eggenschwiler und ergänzt: «Wenn man bedenkt, dass die Anschaffung eines solchen Fahrzeuges 2,8- bis 3-mal so teuer zu stehen kommt wie ein Dieselfahrzeug, wäre es für uns als Unternehmen wichtig, mit den Kommunen langfristige Abfallentsorgungsverträge abschliessen zu können.» Mit langfristig meint er einen Zeitraum von sechs bis acht Jahren.

Grundsätzlich sind die beiden Fachleute aber davon überzeugt, dass der Einsatz von elektrobetriebenen Nutzfahrzeugen auf kommunaler Ebene Zukunft haben wird. «Gerade wenn ich auch an das Label Energiestadt denke. Besonders dort sollten solche Fahrzeuge zum Einsatz kommen», so Peter Eggenschwiler.