In Neuendorf soll es bald wieder eine Dorfzeitung geben. Doch fehlt es etwa an Interesse? Bislang hat sich laut Angaben von Vize-Gemeindepräsident Christoph Kuhn, Ressort Sport und Kultur (KSK), noch niemand bei ihm auf das Inserat gemeldet. Ausgeschrieben war es in der vorletzten Ausgabe des Gäuer Anzeigers: «Freiwillige Projektmitarbeiter für unser Dorfzeitungs-Projekt gesucht», stand da geschrieben.

Die Rede ist auch von der «Neugestaltung des Konzepts», da die letzten Ausgaben layouttechnisch doch ein bisschen altmodisch daher kamen. Kuhn hat das Projekt gleich selbst an die Hand genommen, denn er findet es wichtig, dass Neuendorf wieder ein Publikationsorgan hat: «Wir wollen damit eine Plattform für Vereine, Kirchen und Behörden bieten. Manche Kommissionen oder auch die Schule haben teilweise ihre eigenen Publikationen, doch es wäre gut, diese zu vereinheitlichen.»

Wie dies genau ablaufen soll, wird dann gleich im neuen Redaktionsteam besprochen. So viel ist bislang klar: Die Dorfzeitung soll dreimal pro Jahr erscheinen. Die Finanzierung könnte laut Kuhn durch Sponsoren, Inserate und einen Beitrag der Einwohner- oder allenfalls der Bürgergemeinde getragen werden: «Am besten wäre es, wenn die Dorfzeitung selbsttragend wäre», findet Kuhn.

«Es braucht ein dynamisches Redaktionsteam»

Der Zeitaufwand der späteren Projektteilnehmer ist auch noch nicht klar. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass ein verantwortlicher Redaktor, wie eines Eugen N.A. Rauber-Holle, die Beiträge von Vereinen, Schulen und Behörden sammelt, redigiert und veröffentlicht. «Es braucht ein dynamisches Redaktionsteam», ergänzt Kuhn.

Die Dorfzeitung wurde 2014 von der KSK aus finanziellen Gründen eingestellt. Zunächst hatte der Gemeinderat das Budget von 9000 Franken auf 4500 Franken gekürzt, worauf nur noch eine Ausgabe pro Jahr möglich war. Die letzte und gleichzeitig 58. Ausgabe der «Fürwitzigen Chropftuube» kam im August 2016 heraus.

Es war gleichzeitig die erste Ausgabe ohne den erfahrenen Redaktor Rauber-Holle, der sich damals nach Diskussionen aus dem Geschäft zurückgezogen hatte. Seither laufen immer wieder Versuche, die Dorfzeitung auferstehen zu lassen. Ob allerdings der Name «Fürwitzigi Chropftuube» beibehalten wird, wissen die Verantwortlichen allerdings noch nicht. (my)