Egerkingen

Ein Café im Stillstand: Es hapert bei Pächtersuche für das Bistro

Die Vorhänge beim Bistro in Egerkingen bleiben zugezogen.

Die Vorhänge beim Bistro in Egerkingen bleiben zugezogen.

Das einst beliebte Café Bistro in Egerkingen steht seit einem Jahr leer. Es hapert bei der Pächtersuche – der Besitzer bleibt geduldig.

«Das Café Bistro bleibt bis auf weiteres geschlossen», steht auf einem Flugblatt an der Eingangstür geschrieben. Seit über einem Jahr steht das Lokal leer – trotz ausgezeichneter Lage mit direktem Anschluss ans Autobahnkreuz und hoher Gewerbedichte in der Umgebung.

Ende 2018 gab René Studhalter das Café Bistro auf und übernahm in Härkingen den Gasthof Lamm. Seit Januar 2019 sucht Besitzer Anton Studer vergeblich nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin, wie er auf Anfrage sagt. Er hat eine klare Vorstellung darüber, wie es in seinem Bistro weitergehen soll. «Es muss ein Café-Tearoom bleiben, das von einem Wirtepaar betrieben wird», sagt Studer.

Er fordert von den Pächtern eine Kochausbildung, Erfahrung in der Patisserie und im Service. Was ein erfolgreicher Gastrobetrieb benötigt, weiss er aus eigener Erfahrung. Er verpachtet nicht nur das Restaurant Sonne in Gunzgen. Über 25 Jahre lang betrieb er das Bistro in Egerkingen gemeinsam mit seiner Frau. Sie wirtete fünf Jahre über das Pensionsalter hinaus, er kümmerte sich um das Technische.

Das Bistro soll den ganzen Tag offen haben, wünscht sich der Besitzer.

Das Bistro soll den ganzen Tag offen haben, wünscht sich der Besitzer.

Das Bistro soll ein Café bleiben

Studer wünscht sich jenes Bistro zurück, wie es einst war. Ein Café-Tearoom, das fast immer offen steht. So liesse sich ein Umsatz generieren, der den Betrieb garantiere, spricht Studer aus seiner Gastrozeit. Von 7.30 Uhr morgens bis 23 Uhr abends öffnete das Café damals, bei bloss einem Ruhetag. Das Lokal war weitum bekannt für seine Patisserie und Kuchen. So war es eben doch mehr als bloss ein Kaffeehaus: Am Mittag bot es ein Menu an, im Sortiment befanden sich etwa Birchermüsli oder Salatteller. Ein Konzept, das die Bistro-Gaststube stets füllte, und welches sich Besitzer Studer künftig erhofft.

Jemand, der dieses Profil erfüllt, hat Studer – auf seine Ausschreibung nach einem «innovativen Wirtepaar» – bisher aber nicht finden können.

Besitzer will eine dauerhafte Lösung

Bewerber meldeten sich viele, aber sie erfüllten Studers Anforderungen nicht. Ja, es sei schwierig geworden, fachkundige Köche mit Wirteprüfung als Pächter zu finden. «Viele sind nicht ausgebildet, haben noch nie auf diesem Beruf gearbeitet», sagt er. Er sei nicht bereit, sich auf Experimente einzulassen, und wolle sein Bistro nicht sechs Monate nach Wiedereröffnung geschlossen sehen, so Studer.

Für eine dauerhafte Lösung lässt er sich daher Zeit bei der Wahl des neuen Bistro-Pächters. Und er wolle nunmal keine Pizzeria, keine Beiz und auch keinen Kebabladen in seinem Lokal beherbergen. «Die neuen Pächter müssen sich mit den besten Bäcker-Konditorei-Betrieben messen und es gleich gut oder noch besser machen», sagt Studer.

Keine Café-Knaus-Filiale in Egerkingen

Das Oensinger Café Knaus als möglicher Interessent, um mit einer neuen Filiale in Egerkingerns Dorfzentrum Fuss zu fassen? Es scheint kein abwegiger Gedanke, der sich im vergangenen Herbst als Gerücht im Gäu verbreitete.

Auch Geschäftsleiter Samuel Lanz kam dieses Summen zu Ohren. Am Gerücht ist jedoch nichts dran: «Wir werden nicht nach Egerkingen expandieren», schreibt «Knaus»-Geschäftsleiter Lanz auf Anfrage. Die Expansionsstrategie der Knaus AG sehe nicht wie bei anderen erfolgreichen Gastro-Bäckereien eine Filialisierung vor.

Das Café Knaus bleibt also exklusiv am Standort Oensingen. Anton Studer muss sich derweil auf der Suche nach einem neuen Pächter für sein Bistro Egerkingen weiter gedulden.

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