Laupersdorf

Die Thaler Seilerei: Wo Handwerk goldenen Boden hat

Tour de région der Thaler Unternehmer in der Seilerei Berger mit Regierungsrätin Brigit Wyss (Mitte).

Tour de région der Thaler Unternehmer in der Seilerei Berger mit Regierungsrätin Brigit Wyss (Mitte).

Die Seilerei Berger in Laupersdorf war Ziel der «Tour de région» der Arbeitsgruppe Wirtschaft des Vereins Region Thal.

Der Geschäftsführer der Seilerei Berger GmbH in Laupersdorf, Oswald Berger, freute sich am Mittwochmorgen über die Besucherschar, die seine Seilerei in Beschlag nahm. Es war die Tour de région 2019 des Naturparks Thal, die bereits zum dritten Mal bei einem Thaler Unternehmen Station machte. Unter der Besucherschar mit dabei war Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss sowie der Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit Jonas Motschi, die Leiterin der Wirtschaftsförderung Kanton Solothurn Sarah Koch und die Leiterin RAV Vermittlung Jasmine Meier. Die Arbeitsgruppe Wirtschaft des Naturpark Thal, die von Franz Koch präsidiert wird, war zahlreich vertreten. Diese Treffen sollen den Zusammenhalt der Thaler Unternehmer fördern, erklärte auch die Geschäftsführerin des Naturpark Thal, Ines Kreinacke. Im Naturpark Thal läuft die Administration für diese Events zusammen.

Oswald Berger, der Geschäftsführer der Firma, gab zunächst einen kurzen Einblick in die Firmengeschichte. Das Unternehmen war zunächst in Neuendorf ansässig. 2003 übersiedelte die Firma mit zehn Mitarbeitenden ins Thal, nach Laupersdorf, wo man sehr gut aufgenommen wurde, wie er betonte. «Hier, im ehemaligen Gebäude einer Schreinerei, konnten wir sehr gut wachsen.» Grossen Wert legt man im Betrieb auf die Lehrlingsausbildung, so Berger. Denn gerade das alte Handwerk des Seilers drohe auszusterben, wenn man sich nicht aktiv um die Nachwuchsförderung bemühe.

Regierungsrätin Brigit Wyss dreht in der Seilerei Berger ihr eigenes Seil

Regierungsrätin Brigit Wyss dreht in der Seilerei Berger ihr eigenes Seil

Zum Glück im Thal angesiedelt

In seinem Betrieb seien seit Bestehen 21 Lehrlinge ausgebildet worden und einige davon arbeiten heute noch im Betrieb - oder seien wieder zurückgekehrt. «Wir haben Glück, dass unser Betrieb im Thal ansässig ist, denn in dieser Region finden wir auch junge Leute, die gerne einen Handwerksberuf erlernen wollen», so Berger.

Dass das Handwerk eines Seilers, oder wie man heute sagt «Textiltechnologen», heute gar nichts Altmodisches ist, bewiesen dann die Angaben, die Remo Marbet macht. Er ist für die Administration des Betriebes zuständig. «Früher waren die Landwirtschaft, die Industrie (von Roll) und der Bund unsere Auftraggeber. Heute finden sich die Abnehmer der Produkte mehrheitlich im Schutzsektor für Bau und Industrie (Seilabsicherungen), bei der Spielplatz-Ausstattung, im Bergsport, und generell im Freizeitbereich. Nur noch wenig in der Landwirtschaft.»

So wird in der Seilerei Berger, Laupersdorf, ein Seil gedreht

So wird in der Seilerei Berger maschinell ein Seil gedreht

Die Produktepalette ist dementsprechend vielfältig. Hergestellt werden Seile in allen Grössen und aus unterschiedlichen Materialien, Schutz- und Sportnetze, «Hälfterli» für Tiere, Seile für Trommeln, Gewehrputzschnüre, Schiffsseile, Kletterseile bis zur Samichlaus-Geissle. Heute arbeiten insgesamt 28 Personen für die Seilerei Berger, 18 davon in Vollzeit. Es wird ein Umsatz von 4 Mio. Franken erwirtschaftet. Produktionsstandorte sind neben Laupersdorf auch in Balsthal und in Zofingen zu finden, wo die alte Seilerbahn noch für die dickeren Seile ab 16 Millimeter in Betrieb gehalten wird.

Brigit Wyss zeigte sich nach dem Rundgang vom Betrieb, dem alten Handwerk und den neuesten Innovationen, schwer beeindruckt.

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