Die Band heisst La Cast, der Name steht jeweils für die ersten beiden Buchstaben der Vornamen von Larissa, Carol und Stefanie und bedeutet so viel wie «das Orchester». Stefanie 25 Jahre alt, Larissa 24-jährig und die 23-jährige Carol Bieli sind Schwestern. Aufgewachsen sind sie mit ihrem Bruder Andreas in Mümliswil auf einem Bauernbetrieb, genannt Chirsihof. Bereits in Kindertagen zeigte sich ihre Liebe zum Gesang.

Waren sie als Familie unterwegs, dann haben sie immer wieder Lieder angestimmt. Mit dem Älterwerden wuchs diese Leidenschaft – Auftritte an Geburtstagen, Familienfeiern und Hochzeiten kamen dazu.

Jüngst taufte La Cast eine CD mit gleichem Namen, Schauplatz war die ausverkaufte Aula in Mümliswil, Gäste waren sehr viele Einheimische – von jung bis alt. Ein voller Erfolg für die Schwestern: «Es hat uns unglaublich gut gefallen. Wir freuten uns riesig, dass so viele Leute gekommen sind und uns auch positives Feedback gaben.»

Was Amors Pfeil bewirkt

Dazu animiert, aus dem Singen mehr zu machen, wurden sie von einem früheren Freund von Larissa, der an das Talent der drei Schwestern glaubte. «Ich nahm das damals nicht so ernst und winkte immer ab», erzählt Larissa. Bis sie dann eines Tages auf ein Angebot von Dein-Deal.ch für vergünstigte Studio-Aufnahmen stiess. «Zum Spass könne man ja mal so zwei, drei Aufnahmen machen», dachte sich die Sekundarlehrerin Larissa.

Die beiden anderen Schwestern Stefanie, Primarschullehrerin, und Carol, Diät-Köchin, hätten sich aber wenig motiviert gezeigt – vor allem, da der Aufnahmetermin auf einen frühen Samstagmorgen angesetzt war. Vermutlich wäre es bei diesem einem Termin geblieben, hätte da die Liebe ihre Finger nicht im Spiel gehabt. «Steffi fand sofort Gefallen an Patrick Jobin, dem Manager des Tonstudios Hard Attack», erklärt Larissa. So beschlossen die Schwestern, dass sie nochmals ins Studio gehen würden.

Adieu Bieli-Sisters

Ein Jahr später sind Steffi und Patrick ein Paar. Die Band La Cast wurde ins Leben gerufen. Vorher traten sie nämlich unter dem «wenig kreativen» Namen Bieli-Sisters auf. Und es entstand ein Album mit zwölf Cover-Liedern. «Die CD aufzunehmen, war aufwendiger als gedacht und dauerte rund ein halbes Jahr. Spass hat es jedoch immer gemacht», erzählt Larissa.

Bisher seien die Schwestern immer a cappella aufgetreten, sie wurden lediglich von Stefanie mit der Akustik-Gitarre begleitet, wofür sie auch viel übe. Nun auf dem Album wurden sie auch mal von einem Piano, Schlagzeug oder einer E-Gitarre begleitet – mehr nicht, was auch nicht nötig war. Die Stimmen der Schwestern haben einen Wiedererkennungswert, stehen für sich allein und harmonieren umso mehr im Trio.

«Hie bini dehei»

Die Songs sind vor allem englischsprachig, aber auf dem Album finden sich ein französisches Lied (Dernière Danse) und ein Mundart-Lied (Hie bini dehei). Bei Hie bini dehei hört man die Schwestern jodeln – denn in ihrer Freizeit singen sie ebenfalls im Guldentaler Jodlerklub. Die Auswahl der Lieder konzentriert sich mehrheitlich auf eher melancholische Stücke von weiblichen Künstlerinnen wie Birdy, Adele und Rihanna, aber auch Coldplay, Andrew Belle und John Legend.

Anfänglich wollten sie ein kleines Konzert geben, aber plötzlich habe es ganz andere Dimensionen angenommen, zumal sie auch vom Tonstudio in der Organisation tatkräftig unterstützt wurden. Es war nicht von Anfang klar, dass die CD-Taufe in Mümliswil stattfinden soll.

Doch dann irgendwie schon: «Wir hätten uns nicht wohl gefühlt, wenn wir woanders aufgetreten wären», tönt es unisono. Obwohl alle drei nicht mehr in Mümliswil wohnen, ist es immer noch ihre Heimat, wo sie sich zuhause fühlen. Und wer die drei Schwestern mal getroffen hat, weiss, mit wie viel Freude sie durchs Leben gehen, die Dinge nehmen, wie sie sind, und sich eben auch mal von Amor leiten lassen. Es sind «d’Bielis vo näbdra, haud» – auch auf der Bühne.

CD erhältlich auf allen Download- und Streamingplattformen oder via Website.