Oberbuchsiten

Die Kritiker sind verstummt: Das Dorf erweitert seinen Schulraum

Ein Anbau im Bereich des Dorfbachs, dort wo die Bäume am rechten Bildrand Schatten spenden, wird das Prunkstück sein. Bruno Kissling

Ein Anbau im Bereich des Dorfbachs, dort wo die Bäume am rechten Bildrand Schatten spenden, wird das Prunkstück sein. Bruno Kissling

Die Gemeinde erweitert ihre Schulhäuser mit einem Millionenbetrag. Nachdem die Bevölkerung noch vor zwei Jahren ein Projekt ablehnte, sagtes nun Ja. In der Steinmatt entsteht ein Anbau, das Schulhaus Oberdorf wird saniert und umgestaltet.

«Wenn wir nun 6,9 Millionen Franken für unsere Schulhäuser ausgeben, könnten wir auch noch ein paar 100 Franken für eine Lautsprecheranlage aufwenden», sagte ein Dorfbewohner. Es war ein Schlusswort, das am Ende einer überraschend kurzen Gemeindeversammlung für Lacher sorgte. Eine Lautsprecheranlage gibt es in der Mehrzweckhalle Steinmatt bereits – nur verzichtete Gemeindepräsident Daniel Lederer vor den 139 Stimmberechtigten darauf, sich per Mikrofon zu äussern.

Obwohl die Botschaft des Gemeindepräsidenten offensichtlich akustisch nicht ganz bis nach hinten drang, kam der Gemeinderat mit seinen Anliegen bei der Bevölkerung gut an. Beim wichtigsten Traktandum ging es für die Gemeinde Oberbuchsiten nämlich um viel mehr als bloss um eine Lautsprecheranlage. Bereits vor zwei Jahren sah der Gemeinderat es als notwendig an, den Schulraum Oberbuchsitens zu erweitern. Die Bevölkerung lehnte damals die beiden Projektvorschläge ab. Ein ganz anderes Bild bot sich am Montagabend in der Mehrzweckhalle Steinmatt.

Nachdem der Gemeindepräsident das Bauvorhaben kurz umrissen hatte und eine Fragerunde eröffnen wollte, blieben die anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner stumm. Und so hatte die Gemeindeversammlung binnen weniger Minuten einen 6,9 Millionen Franken schweren Kredit für die Schulraumerweiterung gesprochen. Sämtliche Hände der Stimmberechtigten reckten in die Höhe und sorgten für eine einstimmige Zustimmung zum Projekt. Alle Fragen schienen sich bei der Informationsveranstaltung Mitte Mai entladen zu haben (wir berichteten). Dem Gemeinderat gelang es diesmal mit der proaktiven Informationspolitik, die Bevölkerung fürs Projekt zu überzeugen. Im Jahr 2017 hatten Einwohner die Kommunikation noch bemängelt.

Das Gros ist beiseitegelegt

Nach drei Jahren mit satten Gewinnen ist die Gemeinde finanziell bestens aufgestellt. 2018 schloss die Rechnung mit einem Überschuss von beinahe zwei Millionen Franken ab. Dieser ist – wie Finanzverwalter Robert Nützi verlauten liess – in erster Linie auf Mehreinnahmen bei den Steuern zurückzuführen. Der Gemeinderat nutzte das grosse Plus, um 1,5 Millionen Franken in die Vorfinanzierung des geplanten Schulraums einzulegen. Somit hat Oberbuchsiten insgesamt bereits 6,5 Millionen Franken für die Schulhäuser beiseitegelegt. Da in den nächsten Jahren weitere Investitionen auf die Gemeinde zukommen, sagt der Finanzplan der Gemeinde für die Jahre 2021 bis 2023 leichte Verluste voraus.

Das Nettovermögen der Gemeinde wird sich gemäss Prognose von 11,8 Millionen auf 2,3 Millionen Franken verringern. Nach dem einstimmigen Beschluss der Versammlung, diesen Weg einzuschlagen und die Schulhäuser zu erweitern, brandete Applaus auf. Abgesehen vom geplanten Anbau südlich der bestehenden Schulanlage Steinmatt wird das im Jahr 1913 gebaute Schulhaus Oberdorf saniert und umgestaltet, wodurch es weiter als Kindergarten-Standort dienen kann. Die alte Turnhalle wird zu einem Multifunktionsraum umgebaut.

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