Härkingen

Die Finanzen sind mehr als im grünen Bereich

Wohl wegen der guten finanziellen Lage und der Maskenpflicht kamen nur wenige Stimmberechtigte zur Gemeindeversammlung.

Wohl wegen der guten finanziellen Lage und der Maskenpflicht kamen nur wenige Stimmberechtigte zur Gemeindeversammlung.

Härkingen holte die verschobene Gemeindeversammlung nach und verkündete fast ausnahmslos gute Neuigkeiten.

«In der Politik müssen wir Vorbilder sein», erklärte Härkingens Gemeindepräsident Daniel Nützi vor der Gemeindeversammlung am Dienstagabend, warum er die Maskenpflicht verfügt hatte. «Wenn alle eine Maske tragen, sind zudem die Quarantäneauflagen weniger streng, falls bekannt werden sollte, dass eine Person mit dem neuen Coronavirus infiziert war.» Und unter diesen sowohl erschwerten als auch historischen Bedingungen waren nur 14 stimmberechtigte Einwohner und eine Einwohnerin erschienen. Als erstes genehmigten sie die Abrechnung des Ausbaus des Wachtelwegs einstimmig. Die Kosten hatten den Kredit von 70'000 um gut 10 Prozent überschritten.

Die Jahresrechnung 2019 sieht erfreulich aus. Den Einnahmen von rund 10,5 Millionen Franken stehen Ausgaben von rund 9,5 Millionen Franken gegenüber – plus eine Einlage von 130’000 Franken in die finanzpolitischen Reserven, also das «Notfallkässeli». «Vor allem die Steuereinnahmen der juristischen Personen haben sich sehr erfreulich entwickelt», erklärte der Gemeindepräsident. Dazu sei eine Infrastrukturabgabe der Post aus den Jahren 2014 bis 2016 von beinahe 500'000 Franken ins Gewicht gefallen.

Keine Grossprojekte 

«Angesichts der auf uns zukommenden finanziellen Unsicherheit wegen der Coronakrise macht es Sinn, dass der Ertragsüberschuss als Einlage ins Eigenkapital verwendet wird», erklärte Daniel Nützi. Die derzeit 1659 Härkinger und Härkingerinnen sind in einer privilegierten Lage: Bei einem seit vielen Jahren unveränderten Steuersatz von nur 89 Prozent ist damit das Eigenkapital auf über 7 Millionen Franken angewachsen und das Nettovermögen liegt pro Einwohner bei fast 5000 Franken.

Die Nettoinvestitionen halten sich mit knapp 320'000 Franken im kleinen Rahmen, da keine Grossprojekte anstanden. Auch die Spezialfinanzierungen Abfallbeseitigung und Abwasser stehen mit einer beruhigenden Reserve zu Buche.

Auch die Jahresrechnung der HEnergie, dem Stromversorger der Gemeinde, fiel positiv aus. Jörg Dietschi erklärte, dass der Stromverbrauch bei den Haushalten leicht zugenommen habe, bei den Grosskunden sei der Energieverbrauch wie schon in den vorangehenden Jahren leicht gesunken. Die HEnergie durfte von vier neu installierten Wärmepumpen Kenntnis nehmen.

Die mittlerweile 38 Fotovoltaikanlagen liefern etwa sieben Prozent des Energieverbrauchs im Dorf. Bei einem Umsatz von rund 2,5 Millionen Franken beträgt der Jahresgewinn der HEnergie 2019 rund 163'000 Franken, wovon 150'000 Franken an die Gemeinde ausgeschüttet werden. «Unsere Tarife und Preise bleiben unverändert und auf einem für die Verbraucher sehr attraktiven Niveau», sagte Dietschi.

Keine Poststelle mehr auf der Gemeindeverwaltung

Zum Abschluss informierte Nützi, dass die Gemeinde Härkingen die Zusammenarbeit mit der Post bald beenden wird. «Wir haben uns mit der Post darauf geeinigt, dass in Zukunft die Postgeschäfte nicht mehr auf der Gemeindeverwaltung erledigt werden. Die Gemeinde hat die Zusammenarbeit überprüft und kam zum Resultat, dass ein Hausservice die bessere Lösung ist.»

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