Matzendorf

Das Pilotprojekt Mittagstisch ist gut gestartet

Die Initiantinnen Regula Nussbaumer und Gabriela Imesch.

Die Initiantinnen Regula Nussbaumer und Gabriela Imesch.

Mittagstisch mit integrierter Nachschulbetreuung: Mit ihrem Projekt antworten Regula Nussbaumer und Gabriela Imesch auf ein langjähriges, latentes Bedürfnis in der Gemeinde Matzendorf.

In Matzendorf startet der Mittagstisch mit integrierter Nachschulbetreuung in die dritte Woche. Die Initiantinnen Regula Nussbaumer und Gabriela Imesch, beide Fachfrauen Betreuung, zeigen sich erfreut über die Anmeldungen. «Das Angebot nutzen vorwiegend berufstätige Eltern, oder auch Mütter, die einer Weiterbildung nachgehen und Zeit zum Lernen brauchen. Aber ganz einfach auch Mütter, die sich mal einen freien Nachmittag gönnen wollen», so Gabriela Imesch, die gleichzeitig Inhaberin der ortsansässigen Spielgruppe «PINGU» ist.

Regula Nussbaumer verfügt über langjährige Berufserfahrung und ist wie Gabriela Imesch dreifache Mutter. Sie kennt die Bedürfnisse der Eltern bestens. So hätten Gespräche mit Eltern der Spielgruppenkinder gezeigt, dass ein solches Mittagstisch-Angebot im Dorf fehle. Bei einer Bedarfsabklärung stellte sich heraus, dass das Verlangen nach einer solchen Einrichtung seit den letzten fünf Jahren um rund das Doppelte gestiegen ist. Die beiden Betreuerinnen erklären sich dies mit den vielen, in den letzten Jahren zugezogenen Familien, die, nicht wie im Thal sonst üblich, ein Grosi in der Nähe zum Hüten hätten.

Mit der Unterstützung einer weiteren dreifachen Mutter arbeiten die Frauen aktuell noch ehrenamtlich. Für Imesch und Nussbaumer ist dieses Angebot ganz klar ein Pilotprojekt, das nach einem Jahr analysiert werden muss. Die Öffnungszeiten richten sich nach den Spielgruppentagen Dienstag und Donnerstag. Während den Ferien ist auch der Mittagstisch geschlossen. Sollte die Nachfrage steigen, so freuen sich die Frauen, das Angebot zu erweitern.

Ausgewogene Menüs vom Gasthof Sternen

Aktuell lautet die Devise, den Aufwand in Grenzen zu halten, das Budget einzuhalten und den Kindern eine bestmögliche Betreuung zu bieten. So sind die tatkräftigen Frauen auch über den Essensdienst des Gasthofs Sternen sehr dankbar, der an den beiden Tagen geöffnet hat und für die Kinder jeweils ein ausgewogenes Menü zu einem fairen Preis zaubert. Auch über die Unterstützung der Einwohnergemeinde sind Imesch und Nussbaumer erfreut: Sie dürfen die Räumlichkeiten der Spielgruppe und die Sanitäranlagen sowie einen Raum der Kirchgemeinde nutzen.

Aktuell spüren die Betreuerinnen noch eine gewisse Skepsis im Dorf. Sie wissen, dass ihre Leistungen beobachtet werden. Denn sollte sich der Mittagstisch mit der integrierten Nachschulbetreuung etablieren, dann würden auch weitere Mütter aktiv auf Jobsuche gehen, um wieder ins Berufsleben einzusteigen.

Gemeindepräsident Marcel Allemann sieht in diesem Angebot einen weiteren Mosaikstein, der die Dienstleistungsvielfalt der Gemeinde Matzendorf abrundet. Bereits in der Konzeptphase hat er Imesch und Nussbaumer motiviert, das Pilotprojekt voranzutreiben. Den Kindern, die soeben aus der Schule und dem Kindergarten in ihr ehemaliges Spielgruppenzimmer strömen und sich mit Appetit auf das gesunde Zvieri stürzen, gefällt diese Abwechslung sichtlich. Sie schwärmen von den Pommes, die es zum Mittagessen gegeben hat und fühlen sich scheinbar wohl. Schliesslich sind die beiden Betreuerinnen keine fremden Personen für sie und gewisse Regeln scheinen sie noch nicht ganz vergessen zu haben. Um dieses Angebot auszubauen oder zumindest erhalten zu können, freuen sich die beiden Frauen über weitere Anmeldungen auch von auswärtigen Kindern.

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