Schulsanierung

Das Niederbuchsiter Primarschulhaus wird fit für die Zukunft

In Niederbuchiten hat die ausserordentliche Gemeindeversammlung einen Kredit von 5.555 Millionen Franken für die Sanierung und den Ausbau des Primarschulhauses einstimmig genehmigt.

«Wir wollten dieses Geschäft in einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung behandeln, damit uns die heute anwesenden Experten alle offenen Fragen beantworten können.» Mit diesen Worten begrüsste Niederbuchsitens Gemeindepräsident Markus Zeltner rund 80 Personen im Forum der katholischen Kirche, von denen deren 68 stimmberechtigt waren. «Niederbuchsiten hat 1250 Einwohner. Wir sind heute rund 300 Personen mehr als vor zehn Jahren und somit haben wir auch deutlich mehr Schüler als früher. Deshalb brauchen wir mehr Schulräume», hiess es.

Bauen und Renovieren für alle Bedürfnisse

Vorgestellt wurde das grosse Projekt durch Gemeinderat Mario Baumgartner, dem Ressortleiter öffentliche Bauten. Er betonte, dass es nicht nur darum gehe, zusätzlichen Raum zu schaffen. Eine Sanierung der bestehenden Gebäude sei dringlich. «Wir müssen unser Schulhaus erdbebensicher machen, es erfüllt die gesetzlich vorgeschriebenen Normen nicht», erklärte Baumgartner. Und wenn man schon bauen müsse, dann sei es finanziell am günstigsten, alle Bedürfnisse gleichzeitig anzugehen.

Hinterlüftete Fassade, dreifachverglaste Fenster, behindertengerechter Zugang mit neuem Lift, Ersatz der Ölheizung durch eine Grundwasserwärmepumpe, zwei neue Schulzimmer, ein Lehrerzimmer und weitere Verbesserungen beinhaltet das Projekt. Der untere Teil des Neubaus wird in Stahlbeton realisiert, wodurch das Schulhaus erdbebensicherer wird. Der obere Teil ist aus Holz. Bei der bestehenden Turnhalle muss eine Wand stabilisiert werden, damit auch hier die Anforderungen an die Erdbebensicherheit erfüllt sind. «Die Oberfenster im neuen Holzdach werden für viel Tageslicht und ein angenehmes Raumklima sorgen», lobte Baumgartner.

Aus dem Plenum wurde bemerkt, dass die Schlauchanlage der Feuerwehr, die bisher im grossen Materialraum untergebracht war, im Projekt vergessen wurde. Gemeinderat Baumann nahm den Hinweis dankend auf und versprach, eine Lösung zu finden. Warum keine Holzschnitzelheizung gewählt wurde, wenn doch das Holz dafür im eigenen Dorf wachse, war eine andere Frage. «Die Wahl fiel auf eine Grundwasserwärmepumpe, weil sie ab dem neunten Betriebsjahr die Günstigste der geprüften Varianten ist», erklärte der leitende Architekt Markus Oegerli. Baumgartner ergänzte: «Mit dem kalten Grundwasser können wir im Sommer fast gratis die Raumtemperatur um ein paar Grad senken.» Auch dank einer CO2-gesteuerten Comfortlüftung brauche es deshalb keine Klimaanlage.

Schule im provisorischen Container

Im April des nächsten Jahres soll der Spatenstich erfolgen und nach den Herbstferien 2021 sollen die neuen Räume bezogen werden können. Während dieser Zeit wird ein Provisorium mit Containern aufgestellt. Pro Einwohner wird das Schulhausprojekt rund 4500 Franken kosten. Die Frage, ob man sich eine solche Investition leisten könne, beantwortete Gemeindepräsident Zeltner positiv: «Weil wir in den vergangenen Jahren viele zusätzlichen Abschreibungen machen konnten, steht die Gemeinde finanziell gesund da. Es ist sogar noch etwas Vermögen vorhanden. Deshalb werden wir bei der kommenden Budgetgemeinde vom 4. Dezember den gleichbleibenden Steuersatz von 112 Prozent beantragen.»

Bei diesen erfreulichen Aussichten genehmigte die ausserordentliche Gemeindeversammlung den Kredit von 5,555 Mio. Franken für das Schulhausprojekt einstimmig und quittierte dies mit einem Applaus. Auch die Zustimmung beim zweiten Traktandum, einem Kredit von 90'000 Franken für eine Photovoltaikanlage auf den dafür geeigneten Dachteilen, war einstimmig.

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