Egerkingen
Das Jahreskonzert hat es in sich: Konkordia überzeugt mit Darbietung auf sehr hohem Niveau

Die Musikgesellschaft Konkordia löste an ihrem Jahreskonzert in der Mühlematthalle in Egerkingen Beifallsstürme aus.

Edgar Straumann
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Die Mühlematthalle in Egerkingen wurde einmal mehr zur Konzerthalle für Blasmusik auf höchster Stufe. Das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Konkordia Egerkingen, traditionsgemäss zu Beginn eines neuen Jahres zur Aufführung gelangend, vermochte auch diesmal nicht nur ein grosses, sondern auch weitgehend fachkundiges Publikum anzulocken. Die Begeisterung aber auch die lobende Anerkennung für überdurchschnittliche Leistungen war, wie nicht anders zu erwarten war, sehr gross.

Einen grossen Anteil am nun schon seit über vielen Jahren anhaltenden Erfolges des Gäuer Blasorchester hat zweifelsohne der Dirigent Carlo Balmelli. Vergessen wir nicht, seine Musikantinnen und Musikanten sind, mit ganz wenigen Ausnahmen, reine Amateure. Doch der Maestro versteht es, Musik, die auf Anhieb nicht immer leicht zu verstehen ist, so zu vermitteln, dass schliesslich die Freude, Aussergewöhnliches zu erbringen, unverkennbar ist. Das war auch diesmal ganz offensichtlich.

Vereinspräsidenten Barbara Junker freute sich bei ihrer Begrüssung über das grosse Interesse, welches der «Konkordia» immer wieder entgegengebracht werde. Als Dank für die vielfältige Unterstützung solle das Jahreskonzert betrachtet werden. In der Folge führte Michael Nünlist mit interessanten Angaben und Erklärungen auch diesmal durchs Programm.

Der Einstieg ins Konzert gelang ausgezeichnet. «Godspeed!» hiess die Eröffnungsnummer und stammt aus der Feder des US-Amerikaners Stephen Melillo, der über 900 Kompositionen in allen Musikrichtungen in seinem Palmarès zu verzeichnen hat. Nicht nur das gloriose Finale, sondern die verschiedensten Stimmungen und Emotionen kamen bei diesem ersten Vortrag sehr gut zum Ausdruck.

Das besondere Hörerlebnis

Mit dem «Konzert für Oboe und Orchester in C-Dur KV 314» von Wolfgang Amadeus Mozart wurden die hohen Erwartungen weit übertroffen. Im Arrangement von Carlo Balmelli kamen ausser der Oboe nur Holzbläser und zwei Hörner zum Einsatz. Die in Japan geborene Solistin Shoko Miyake hat in Madrid und Zürich bei bekannten Oboisten studiert und tritt regelmässig mit renommierten Orchestern und Ensembles auf, so auch im Opernhaus Zürich.

Und nun, nicht zum ersten Mal, auch mit der Konkordia Egerkingen. Mit vollster Aufmerksamkeit – man hätte wohl eine Mücke husten hören – wurden die drei Sätze «Allegro aperto», «Adagio non troppo» und «Allegretto» verfolgt. Ein grosses Kompliment gebührt der Solistin, die auch die Kadenzen lupenrein vortrug und so das Publikum in den Bann zu ziehen vermochte. Aber auch das Orchester brachte Mozarts Handschrift zur vollen Entfaltung.

Die guten Erinnerungen, welche die «Konkordia» vor zehn Jahren mit dem Sieg am Kantonalen Waadtländischen Musikfest mit einer Komposition von Edward Gregson gemacht hat, stimmten zuversichtlich. Als Selbstwahlstück für das Aargauer Kantonalmusikfest 2018 in Laufenburg wurde vom selben Komponisten «The Kings Go Fort» ausgewählt. Das Thema behandelt die englische Monarchie, welche nicht nur friedliche Zeiten erlebte. Ganz anders die entsprechende Musik, welche praktisch das ganze Spektrum zeitgemässer Literatur enthält. Das gesamte Orchester mit den Solisten Joel Morand (Tenor) Brigitte Keusch (Sopran), Loris Bosco (Violine), Barbara Junker (Irische Flöte) und Reto Wagner (Trommel) wusste auf der ganzen Linie zu überzeugen und löste einen tosenden Applaus aus.

Auch im zweiten Konzertteil zeigte sich das Blasorchester von seiner besten Seite. Mit den vier programmierten Vorträgen wollte sich das gut gelaunte Publikum nicht begnügen und verlangte mit rhythmischem Applaus nach Zugaben, welche nicht vorenthalten wurden. Einmal mehr führte eine auf der ganzen Linie gelungene hochstehende Darbietung der «Konkordia» zu einem durchschlagenden Erfolg.