Welschenrohr

Dach mit der Schweizer Flagge bleibt ein Politikum

Nach dem goldenen Dach von Olten sorgt im Thal das Flachdach mit dem Schweizer Kreuz für Aufsehen.

Nach dem goldenen Dach von Olten sorgt im Thal das Flachdach mit dem Schweizer Kreuz für Aufsehen.

Trotz Einsprachen gegen das Baugesuch bleibt der Welschenrohrer Besitzer des Hauses mit der Nationalflagge entspannt.

Von einem Welschenrohrer Dach leuchtet sie, die Nationalflagge. Selbst von der Juraanhöhe Röti her ist das Schweizer Kreuz deutlich zu sehen, das Musikproduzent und Kunstmaler Stephan Sembinelli auf seinem Wohnhaus mit Atelier und Musikstudio anbringen liess.
Mit der aussergewöhnlichen Gestaltung hat der Besitzer absichtlich für Aufsehen gesorgt und nicht nur Wanderer irritiert oder erfreut. Jene, die nah dran sind, empfanden es offensichtlich als störend: Ein Nachbar machte eine Einsprache.

Weil die Nationalflagge im ursprünglichen Baugesuch nicht ersichtlich war, veranlasste die Baukommission ein nachträgliches Baugesuch zur Farbgestaltung des Flachdachs. Dieses war vom 7. November an bis Ende letzter Woche aufgelegt. «Das Nachtragsgesuch ist bei der Baukommission in Behandlung», sagt Kommissionspräsident Rainer Germann auf Anfrage. Der Architekt war zugleich Bauleiter von Sembinellis Betonelementwohnhaus.

«Selbstverständlich», sagt Germann, werde er bei diesem Geschäft in Ausstand treten. Mehr will er zum Fall nicht sagen. Telefonisch nicht erreichbar waren gestern die unmittelbaren Anwohner, die sich bei der neuerlichen Auflage gegen das auffällige Schweizer Kreuz hätten äussern können.

Sembinelli, der mit seinem aussergewöhnlichen Flachdach am Ursprung der Polemik steht, gibt auf Anfrage gerne Auskunft. Zwei Einsprachen von Nachbarn seien auf das nachträgliche Baugesuch eingegangen. Er habe nun Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Gemäss Sembinelli schreibt der eine Beschwerdeführer aus der Nachbarschaft, die aufdringliche Farbgestaltung des Flachdachs wirke aus der Nähe «sehr dominant» und es füge sich nicht in das Ortsbild ein. Die andere Einsprache erwähnt, das grelle Schweizer Kreuz wirke sich irreführend auf den Flugverkehr aus und sei für das Wohnquartier sehr störend.

Hausbesitzer hat keine Bedenken

Sembinelli – selbst Helikopter-Hobbypilot – sagte noch im Oktober das Gegenteil: «Das Kreuz ist eine perfekte Orientierungshilfe für Piloten, beispielsweise für Rettungseinsätze der Rega.»
Der aus Rickenbach zugezogene Künstler befürchtet keinen abschlägigen Bescheid, bei welchem er die Nationalflagge nachträglich entfernen müsste.

Im Zonenreglement sei nichts Näheres definiert, was die Gestaltung des Flachdachs betreffe. Zudem gebe es in der Region weitere rotfarbene Flachdächer, nur seien diese nicht mit einem Schweizer Kreuz versehen. Die Einsprachen bezeichnet Sembinelli daher als «Quengelei», rechtliche Schritte werde es kaum geben. Noch vor Weihnachten dürfte der Baukommissionsentscheid vorliegen.

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