Übernahme

Carrosserie Hess ist im Logistik-Valley der Schweiz angekommen

Fritz Muster (links) und Alex Naef, CEO Carrosserie Hess AG, sehen sich beide als Gewinner.

Fritz Muster (links) und Alex Naef, CEO Carrosserie Hess AG, sehen sich beide als Gewinner.

Die Carrosserie Hess AG Bellach übernimmt die Carrosserie Muster & Müller AG in Oberbuchsiten. Mit dem Kauf der Gäuer Firma ist die Hess AG dort angekommen, wo sie aus strategischen Überlegungen schon lange hin wollte: ins Logistik-Valley der Schweiz

Die 1978 von Fritz Muster und Gerold Müller als Aktiengesellschaft gegründete Carrosserie Muster & Müller AG gehört seit 1. Januar 2013 vollumfänglich der Carrosserie Hess AG in Bellach. Dies verkündete der vormalige Inhaber Fritz Muster am Freitagnachmittag der zusammengerufenen Belegschaft. Der Bellacher Fahrzeugbauer hat die Oberbuchsiter Firma per Anfang dieses Jahres samt Namen, Logo sowie sämtlichen 20 Mitarbeitenden inklusive der sieben Auszubildenden zu den bisherigen Konditionen übernommen.

Für die Angestellten der Carrosserie Muster & Müller AG kam diese Nachricht eher überraschend, denn niemand hatte mitbekommen, dass der Chef seine Firma veräussern will, wie der seit 20 Jahren im Betrieb arbeitende Günter Redl nach der Information gegenüber dieser Zeitung erklärte. «Das müssen wir zuerst einmal verdauen» so der 44-Jährige. Optimistisch stimmte einige, der vor dem Firmengebäude zusammenstehenden Arbeiter, dass sie nun zur Firma Hess gehören, einem grossen und erfolgreichen Player in der Schweizer Fahrzeugbaubranche.

Keinen Nachfolger gefunden

Darauf ist auch Fritz Muster stolz, der seit dem Ausstieg seines Partners Gerold Müller im Jahr 1999 Alleininhaber der Carrosserie Muster & Müller AG war. Über einen Verkauf habe er schön länger nachgedacht. Einerseits, weil sich in seinem familiären Umfeld niemand gefunden habe, der das Geschäft weiterführen konnte sowie andererseits, weil er finde, dass 35 Jahre an der Spitze eines Geschäfts genug seien. «Ich wollte ins zweite Glied zurückzutreten», sagte der 58-Jährige zu seinen Beweggründen.

Noch so gerne Hand dazu geboten hat die Carrosserie Hess AG, wie CEO Alex Naef bestätigte. Zustande gekommen ist das Geschäft, weil Fritz Musters Hausbank bei der Bellacher Firma durchblicken liess, dass dieser sich mit dem Gedanken trage, sein Geschäft zu verkaufen.

Hess-Geschäftsführer ab 2014

Zum Vertragsabschluss zwischen den zwei Parteien kam es im Dezember 2012. «Ich bin also bereits seit Anfang dieses Jahres nur noch Geschäftsführer», bemerkte Fritz Muster dazu. Davon habe die Belegschaft aber nichts mitbekommen. Und das soll vorderhand auch so bleiben. Fritz Muster wird bis Ende 2013 Geschäftsführer blieben. Danach wird er bis zu seiner Pensionierung in beratender Funktion im Geschäft tätig sein. Ab Januar 2014 ist vorgesehen, dass die Carrosserie Hess einen neuen Geschäftsführer einsetzt.

Keine grossen Änderungen soll es in der Werkstatt geben, wo wie bis anhin Autos, Lastwagen und Cars repariert und lackiert werden. Der Anteil an Nutzfahrzeugen, welcher derzeit 20 Prozent ausmacht, dürfte sich im Verlauf der Zeit erhöhen. Das Geschäft mit Autos wird aber weiter ein wichtiges Standbein bleiben. Dazu Naef: «Die Carrosserie Muster & Müller AG ergänzt vom Standort wie auch vom Know-How ideal unsere bisherigen Reparatur-Zentren in Dällikon (ZH), Bellach und Prangins (VD). Auch kommen wir mit den Kauf der Firma ins Logistik-Valley der Schweiz.» Und dorthin wollte die Carrosserie Hess AG schon lange, schon aus strategischen Überlegungen, wie der CEO verriet.

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