Bei der Schulhaus-Anlage Brühl aus dem Jahr 1976 müssen die Flachdächer, nach einer ersten Sanierung 1999 wieder instand gestellt werden. Ingenieur Robert Suter erörterte im vergangenen Dezember vor der Budgetgemeindeversammlung die Situation, mit dem Antrag des Gemeinderates, 930000 Franken ins Budget dafür aufzunehmen. In der Versammlung entspann sich damals eine längere Diskussion, ob es nicht andere Varianten zur Sanierung gäbe. Viele Fragen blieben offen und so wurde beschlossen, das Geschäft vorerst zurückzustellen. Der Gemeinderat bekam den Auftrag weitere Sanierungs-Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Grosser Kritiker des damals vorgestellten Vorgehens war Renato Burgermeister, beruflich als geprüfter Baugutachter tätig. Ihn forderte Gemeindepräsident Kurt Bloch auf, doch im Gremium für eine erneute Überprüfung Einsitz zu nehmen, was dieser auch tat.
An der Rechnungsgemeinde dieser Woche legte Burgermeister im Namen des Gemeinderates nun das neue Ergebnis vor. Es wurde eine detaillierte Bestandesaufnahme der beiden Dächer durchgeführt. Im Schultrakt wurden die Vernässungen in Teilbereichen festgestellt. Diese müssen komplett ersetzt werden. Burgermeister schlägt vor, auch die noch intakten Isolationsschichten mit einer neuen Isolation aufzudoppeln. Im Sporttrakt hingegen muss die ganze Isolation, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen aus Steinwolle besteht, auch als statischen Gründen komplett ersetzt werden. Hier würde eine Aufdoppelung zusammen mit der Extensivbegrünung, wie sie neu anstelle der Kieselsteine auf beiden Dächern geplant ist, eine zu hohe Gewichtsbelastung pro m2 mit sich bringen.

Architektonische Veränderung

Insgesamt wird die nun vorgeschlagene Lösung die Flachdachbauhöhe vergrössern, was eine architektonische Veränderung bedeutet. Es soll nämlich auf der ganzen Länge eine durchgehende Blechverkleidung angebracht werden. Die Betonstützen, welche heute die Dachflächen überragen, müssen dazu eingekürzt werden. Das für den damaligen Bau zuständige Architekturbüro Niggli und Partner in Balsthal kann sich mit dieser Veränderung an der Architektur einverstanden erklären, sagte Burgermeister. Es entspann sich in der Versammlung wieder eine längere Diskussion über Detailaspekte des Vorhabens. Insbesondere wurde die Dachbegrünung infrage gestellt. Dazu konnte Burgermeister aber gute Argumente angeben; es sei aber klar, dass eine solche Dachauflage auch Pflege durch Fachleute beanspruche.
Die Bauzeit für die Sanierung wurde mit rund 12 Wochen angegeben und man plane, so bald als möglich damit zu starten. Der Schul- und Sportbetrieb soll während der Bauphase aber gewährleistet bleiben. Zum Schluss der Diskussion kam nochmals die Frage nach dem generellen Sinn des Flachdaches auf. «Sollte man nicht besser ein Sattel- oder Pultdach aus Holz anstreben, auch wenn die jetzt geplante Sanierung – gemäss Burgermeister – für die nächsten 35 Jahre halten sollte?» Man habe auch diese Variante geprüft, sagte Burgermeister. Doch sogar Holzbaufachleute würden davon abraten. Damit war auch dieses Argument vom Tisch und die Stimmberechtigten beschlossen einstimmig, mit einer Enthaltung, die Freigabe des Kredites von insgesamt 850 000 Franken; 382 000 zulasten des Kontos Bildung, 468 000 Franken zulasten des Kontos Sport. «Wir erwarten noch einen Beitrag aus dem Lotteriefonds», sagte Bloch noch. Dieser sei aber noch unbestimmt und daher bis jetzt nicht in die Berechnungen mit eingeflossen.

Erfreuliche Rechnung

Die Rechnung 2018 der Einwohnergemeinde Mümliswil-Ramiswil kann als erfreulich bezeichnet werden, meinte Bloch. Mit einem Bruttoertragsüberschuss von 561 000 Franken (budgetiert waren 370 000 Franken) können zusätzliche Abschreibungen von 500 000 Franken vorgenommen werden. Damit verbleibt ein Ertragsüberschuss von gut 61 000 Franken, welcher dem Eigenkapital zugewiesen werden kann. Dieses beträgt jetzt knapp 1,6 Mio. Franken. Aus dem Finanzausgleich gab es 2018 2,74 Mio. Franken, 148 000 Franken weniger als 2017. Dies sei auf die Verbesserung der Steuerkraft um 13 Prozent zurückzuführen, so Bloch. Sorgenkind der Rechnung war die Soziale Sicherheit, welche mit knapp 90 000 Franken höher ausfiel als budgetiert. Die 28 Stimmberechtigten stimmten der Rechnung 2018 ohne Gegenstimme zu. Ebenfalls genehmigten sie das Vertragswerk zur Zivilschutzregion Thal-Gäu.