Brauchtum
Nach wenigen Stunden lag das Maitannli in Herbetswil schon am Boden – obwohl nur zwei Namen dranhingen

Am vergangenen Wochenende feierten junge Erwachsene des Jahrgangs 2003 gemäss Tradition durch die Nacht auf den 1. Mai. In Herbetswil lag das Bäumchen schon in den frühen Morgenstunden am Boden. Das Besondere: Am Tannli hängen nur zwei Namen.

Rahel Bühler
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Am Maitannli von Herbetswil hingen nur zwei Namen. Gefällt wurde es trotzdem schon in der Nacht auf Sonntag.

Am Maitannli von Herbetswil hingen nur zwei Namen. Gefällt wurde es trotzdem schon in der Nacht auf Sonntag.

zvg

Lange stand das diesjährige Maitannli des Jahrgangs 2003 in Herbetswil nicht: Schon am frühen Sonntagmorgen lag es zweigeteilt auf dem Dorfplatz. Es sei durchaus keine Besonderheit, dass Maitannli von anderen Gruppen gefällt werden, berichtet Herbetswils Gemeindepräsident Stefan Müller-Altermatt. Aber ein Bäumchen zu fällen, das nur zwei Tafeln ziert, sei schlichtweg schwach, findet er.

Denn im Jahr 2003 sind in der Thaler Gemeinde nur zwei Mädchen zur Welt gekommen. So gab es schlichtweg nicht mehr junge Erwachsene, die zum Brauch des Maitannlis hätten beitragen können. Wer das Bäumchen gefällt habe, wisse man nicht. Es gebe aber Spekulationen.

Der Abend zuvor lief im gewohnten Rahmen ab: Zum ersten Mal seit zwei Jahren durften die jungen Erwachsenen wieder Aufkleber an die Haushalte verteilen und Dinge stibitzen.

Zudem stand neben dem Herbetswiler Dorfplatz ein Festzelt, wo die Mitglieder des Jahrgangs 2003 Grilladen und Getränke anboten. Weil der Jahrgang wie gesagt nur zwei Mädchen umfasst, spannten sie mit den Jahrgängen 2004 und 2005 zusammen und stellten das Zelt und das Bäumchen gemeinsam auf.

Unterdessen kommen mehr Kinder zur Welt

In Herbetswil ist es zudem Brauch, am Tannli einen Kasten mit Kinderfotos des Jahrgangs anzubringen. Passanten können so die Fotos anschauen und versuchen zu erraten, welcher Name zu welchem Foto gehört.

Mittlerweile steht das Bäumchen übrigens wieder. Halt einfach ein paar Meter kürzer. Und aktuell seien die Geburtenraten im Dorf besonders hoch: In den vergangenen Jahren seien jeweils mehr als zehn Kinder pro Jahr zur Welt gekommen, so Müller-Altermatt.

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