Vor Amtsgerichtspräsident Guido Walser musste sich ein 26-jähriger Lastwagenchauffeur aus dem Emmental wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind verantworten. Beim fraglichen Kind handelt es sich um ein Mädchen aus einer Thaler Gemeinde, das in seinem Zimmer im Haus der Eltern anfangs November 2014 als damals 14-Jährige sexuellen Verkehr mit dem Beschuldigten hatte.

Dazu war es gegen Mitternacht an der Geburtsparty des Mädchens gekommen. Der zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alte Mann hatte das Mädchen über deren Bruder kennen gelernt, der im selben Transportgeschäft arbeitete wie er. Zu diesem Zeitpunkt sollen Täter und Opfer befreundet gewesen sein.

Zu einer eigentlichen Verhandlung mit Befragung und Beweisaufnahme kam es im kürzlich umgebauten Gerichtssaal indes nicht. Staatsanwalt und Verteidigung hatten sich im Vorfeld auf die Durchführung eines verkürzten Verfahrens geeinigt. Vereinbart wurde eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, bedingt ausgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren.

Für ein abgekürztes Verfahren gesprochen habe das Geständnis des Beschuldigten, der sofort zugegeben habe, dass das Mädchen zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre gewesen sei, erklärte Staatsanwalt Michael Leutwyler. Der Beweis, dass der junge Mann sexuelle Handlungen mit dem damals noch im Schutzalter befindlichen Mädchen gehabt habe, hätte vonseiten der Ermittlungsbehörden nicht erbracht werden können, so der Staatsanwalt.

Das Strafmass von 14 Monaten bedingt sei angemessen, zumal der Beschuldigte um das Alter des Mädchens wissend, die Möglichkeit versäumt habe, auf den Beischlaf und den Analverkehr mit ihr zu verzichten. Stattdessen habe für ihn die Befriedigung seiner sexuellen Lust im Vordergrund gestanden.

Auch der Verteidiger des jungen Mannes beurteilte die Höhe der Strafe als angemessen, auch wenn diese aus seiner Sicht an der Schmerzgrenze angesiedelt sei. Er verwies dabei auf die Möglichkeit, dass die Initiative damals vom Mädchen ausgegangen sein könnte. Dies ändere allerdings nichts daran, dass sich sein Mandant der sexuellen Handlung mit einem Kind schuldig gemacht habe.

Nun wolle der Beschuldigte reinen Tisch machen, wofür auch die aussergerichtliche Einigung mit der Geschädigten spreche. Als Genugtuung hatte er eine Summe von 1500 Franken bezahlt, worauf von einer Zivilklage abgesehen wurde.