Investition

Balsthals Ortsdurchfahrt soll velofreundlicher werden

Die Hauptverkehrsachse durch Balsthal gehört zum Bundesinventar der historischen Verkehrsachsen.

Die Hauptverkehrsachse durch Balsthal gehört zum Bundesinventar der historischen Verkehrsachsen.

Ab 2021 will der Kanton die Hauptstrasse entlang des Augstbaches sanieren. Hier spielt die Zukunft des Dorfes.

Rund 9500 Fahrzeuge rollen täglich über die Hauptverkehrsachse durch das grösste Thaler Dorf. Die stark befahrene Strasse ist in die Jahre gekommen. Trag- und Bindeschicht sind gemäss den kantonalen Strassendaten aus dem Jahr 1960. Auf der Achse zwischen Oensingen und Liestal, haben die Lindenallee und die Falkensteinstrasse auch historisch eine Bedeutung. Entsprechend ist die Strasse im Bundesinventar aufgeführt.

Weil die Strasse und deren Entwässerungssystem in die Jahre gekommen sind, erachtet der Kanton eine Sanierung als notwendig. Die Pläne hierfür sind erstmals öffentlich aufgelegt. Das schützenswerte Ortsbild und die Bedeutung der Strasse lassen jedoch nur beschränkt Eingriffe zu. Viel Spielraum gibt es aufgrund der dichten Siedlungsstruktur ohnehin nicht. Für die nächsten Jahre sind an diesem Strassenabschnitt zudem gleich drei Grossprojekte aufgegleist: Die erste Etappe des Demenzzentrums Lindenpark soll auf der Hunzikerwiese bis im Herbst 2021 entstehen. Weiter nördlich preisen private Investoren in ihrem Projekt Postilliongässli sieben Doppelhäuser zum Verkauf an. Wobei dieses Bauvorhaben keinen direkten Einfluss hat, da die Siedlung nicht über die Hauptstrasse erschlossen wird. Bleibt noch das Sagi-Areal, auf welchem bis zu 45 Mietwohnungen und Gewerberäume geplant sind (siehe Box). Ein einschränkender Faktor bei den Arbeiten an der Hauptstrasse ist auch der Augstbach, der entlang der Strasse führt. Die Sanierungspläne des Kantons konzentrieren sich daher darauf, die Verkehrssicherheit und die Bedingungen für den Langsamverkehr zu verbessern. Bisher gab es auf dem gesamten Abschnitt keine Radstreifen.

Neu beidseitig mit Radstreifen

Diese kommen nun hinzu: Der Kanton will die Lindenallee beidseitig mit Radstreifen versehen und die Fussübergänge durch Mittelinseln sicherer gestalten. Im Bereich der reformierten Kirche plant der Kanton einen zusätzlichen Fussgängerstreifen. Beginnen sollen die Arbeiten im Frühjahr 2021. Der Kanton rechnet für den 600 Meter langen Abschnitt mit einer Bauzeit von knapp zwei Jahren. Da in dieser Zeit auch die Bauprojekte entlang der Hauptstrasse ausgelöst sein könnten, schreibt der Kanton im Planungsbericht, eine Koordination mit den anderen Projekten sei notwendig.

Es sei zudem unbedingt zu vermeiden, dass die Bauarbeiten zeitlich mit dem Bau der Verkehrsanbindung Thal überlappen. Die Entlastungsstrasse soll einst im Bereich der Thalbrücke an die Lindenallee anschliessen und die Klus vom hohen Verkehrsaufkommen entlasten. Weiter schlägt der Kanton vor, den Verkehr während der Bauzeit einstreifig und mit einer Lichtsignalanlage zu führen. Eine Umleitung oder ein Einbahnregime schliesst er wegen des hohen Verkehrsaufkommens aus. Somit würde die Sanierung in vier Längsetappen an 150 Metern erfolgen. Die Bahnhofstrasse Balsthal will die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt separat sanieren. Bereits berücksichtigt ist im Projekt die Erschliessung des Demenzzentrums. Dessen Bauherrschaft wird für deren Mehrkosten aufkommen müssen. Damit die Strasse fit ist für die Zukunft, will der Kanton rund 3 Millionen Franken aufwenden. Gemäss kantonalem Verkehrsmodell ist auf dieser Achse eine leichte Zunahme zu erwarten: Es sagt für das Jahr 2045 rund 12800 Fahrzeuge pro Tag voraus.

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