Himbeeren können Sonnenbrand kriegen. Nur werden die betroffenen Stellen weiss und nicht rot. Im Verkauf trifft man sie allerdings selten bis nie an, da sie nicht der Norm entsprechen. Aber: Geniessbar sind die Früchte ebenso wie alle anderen Beeren, weiss Christoph Meister vom Nesesrütti-Hof in Matzendorf. Seit dem 16. Juli kann man auf seinem Himbeerfeld zum ersten Mal saftige, süss-saure Himbeeren selber pflücken gehen. 14 Reihen und rund 2200 Ruten wachsen dort momentan.

Alles begann im letzten Jahr

Seit letztem Jahr baut der 29-jährige gelernte Landmaschinenmechaniker, Landwirt und Agrotechniker die Beeren an. «Meiner Meinung nach muss man ein Produkt produzieren, das man selber auch gerne hat», sagt er zu seinem Beweggrund. Der Anbau der Frucht brauche aber sehr viel Fingerspitzengefühl «und viel Wissen, damit die Beeren schön wachsen», sagt Meister. Wissen, das er sich durch Kurse und im Austausch mit anderen Landwirten angeeignet hat.

Christoph Meister (rechts) und Vater Eduard Meister.

Christoph Meister (rechts) und Vater Eduard Meister.

Dennoch sei nicht alles berechenbar und vieles von der Witterung abhängig: Den Sonnenbrand haben sich die Beeren innerhalb von zwei Tagen während der Hitzewelle geholt. Die «Verbrannten» könne man nirgends mehr absetzen. Nur einigen privaten Käufern seien diese «Schönheitsflecken» egal. Nicht nur die Hitze, auch die extremen Temperaturschwankungen und der Frost im ersten Halbjahr haben den Beeren zugesetzt. «Dieses Jahr hat deswegen alles zwei Wochen länger gedauert», sagt Meister. Doch er ist zuversichtlich.

Bis Ende Saison, also bis Mitte August hofft er, mindestens 1500 Kilogramm zu ernten. «Mit 2000 Kilo wäre ich zufrieden, aber so viel wird es wahrscheinlich nicht geben», sagt er. Bis zu 100 Kilogramm Beeren werden seit dem 16. Juli jeden zweiten Tag mithilfe von Leuten aus der Umgebung, die er für einen fairen Stundenlohn anstellt, gepflückt. In Begleitung von Betreuern kommen auch Angestellte der Vebo zur Unterstützung, ergänzt der Landwirt. Die geernteten Früchte werden an Gastronomiebetriebe sowie an lokale Detailhändler verkauft. Erhältlich sind die Himbeeren beispielsweise im Welschenrohrer Volg, im Laupersdorfer Denner, im Kestenholzer Spar, aber auch im Hofladen von Beat Roos in Matzendorf.

Der Himbeerverkauf mache aktuell einen kleinen Teil des gesamten Betriebsumsatzes aus und sei neben der Pferdeheuproduktion und dem Verkauf von Ferkeln einer der drei Grundpfeiler des Hofs. «Heutzutage muss man als Bauer innovativ sein und Alternativen suchen», sagt der junge Landwirt, der nächstes Jahr den Hof von Vater Eduard Meister übernehmen wird. Als Neuling in der Himbeerbranche legt er grossen Wert auf den Austausch mit Kunden vor Ort und in Partnerschaft mit dem Naturpark Thal auf eine gute Vermarktung.

Dazu gehöre auch das Selberpflücken: Dies kann man auf dem Hof bis Mitte August jeweils am Dienstag und am Donnerstag von 8.30–10.30 Uhr und 16.00–18.30 Uhr sowie am Samstag von 8.30–11.30 Uhr. Das Kilo für 14 Franken. «Es ist erstaunlich, wie viele Leute Interesse an den Beeren haben», sagt Meister. Unter den Besuchern seien auch bereits welche aus dem Gäu gewesen. Erweitern möchte er sein Feld und das Angebot aber erst, wenn die Produktion perfektioniert wurde.