Aedermannsdorf

Auch Aedermannsdorf senkt die Steuern – Dorfladen schliesst

Dorfladen Postagentur Aedermannsdorf - wie weiter in die Zukunft

Der Dorfladen mit Postagentur in Aedermannsdorf wird auf Ende Dezember 2019 geschlossen.

Dorfladen Postagentur Aedermannsdorf - wie weiter in die Zukunft

An der Budgetgemeindeversammlung von Aedermannsdorf gab es positive Gemeindegeschäfte und ein Wermutstropfen zu vermelden. Der Dorfladen schliesst Ende Jahr.

Die 42 stimmberechtigten Aedermanndörfer an der Budgetgemeindeversammlung freuten Gemeindepräsident Bruno Born. Woran dieser grosse Aufmarsch genau lag, darüber kann nur spekuliert werden. Born erinnerte sich nur an eine noch grössere Versammlung: Als es einmal darum ging, den Steuersatz auf 157 Prozent zu erhöhen, scherzte er.

Es ging diesmal um erfreuliche Geschäfte – jedenfalls was die Gemeindeangelegenheiten betraf. Der Gemeinderat beantragte der Budgetgemeindeversammlung eine Reduktion des Steuersatzes von 129 auf 124 Prozent für natürliche Personen. Derjenige für juristische Personen soll auf 110 Prozent bleiben. Born stellte als Argument den Finanzplan bis ins Jahr 2024 kurz vor. Das Steuervolumen liege auch mit dieser Reduktion etwa im gleichen Bereich, nämlich bei rund 1,25 Mio. Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad bewege sich im Bereich von 80 Prozent, was vom Kanton gefordert werde und die Pro-Kopf-Verschuldung sei zwischen 1200 bis 1400 Franken prognostiziert. «All diese Fakten liessen gar eine noch grössere Steuersenkung zu. Doch da wir die Auswirkungen der Steuerreform II momentan noch nicht abschätzen können, bleiben wir besser im sicheren Bereich», so Born. Mit der beantragten Reduktion würden rund 48000 Franken weniger an Steuerertrag eingenommen, führte er aus. Die Versammlung stimmte dem Antrag um Steuersenkung mit grossem Mehr zu.

Die Erfolgsrechnung 2020 sieht einen Ertragsüberschuss von 95'000 Franken vor. Grössere Abweichungen zum vergangenen Budget zeigen sich in einem Minderaufwand bei den Lehrerlöhnen, hingegen einem Mehraufwand bei den Pflegekosten. An Lasten- und Ressourcenausgleich kann Aedermannsdorf mit rund 180'000 Franken Mehreinnahmen rechnen. Total erhält die Gemeinde 790'000 Franken Finanzausgleich.

Die Frage der Gebühren bei Wasser und Abwasser

Für Investitionen sind rund 300'000 Franken vorgesehen. Der grösste Posten hier bezieht sich auf den Ersatz von Fenstern und Storen im Mehrzweckgebäude in der Höhe von 100'000 Franken und die Sanierung der Wasserleitung Leiacker für 65'000 Franken. Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung sieht einen Ertragsüberschuss von 15000 Franken vor, hingegen muss bei der Abwasserbeseitigung ein Aufwandüberschuss von rund 24'000 Franken zur Kenntnis genommen werden. «Vielleicht müssen wir uns überlegen,
künftig die Wassergebühren zu senken und diejenige fürs Abwasser zu erhöhen», sagte der Gemeindepräsident. Bei der Abfallbeseitigung ist man mit budgetierten 1200 Franken Aufwandüberschuss ausgeglichen. Auch diese Anträge genehmigte die Versammlung ohne Gegenstimme.

Bei der Forstbetriebsgemeinschaft Hinteres Thal muss aufgrund des stark unter Druck geratenen Holzpreises mit einem Aufwandüberschuss von rund 25000 Franken gerechnet werden, erklärte Thomas Altermatt. Dies beziehe sich auf alle beteiligten Gemeinden. Aedermannsdorf muss 17 Prozent dieser Kosten bestreiten. Zur Abstimmung kam ein Antrag um Abschaffung des Gemeindefeiertages vom 17. Januar zu Ehren des St. Antonius. Dieser Antrag sei vom Kirchgemeinderat gekommen, erklärte Born. Heutzutage, wo die meisten Bewohner ausserhalb des Dorfes arbeiten, mache dies auch Sinn. Die Versammlung folgte auch diesem Antrag ohne Diskussion.

Da Aedermannsdorf Einheitsgemeinde ist, kam es an der Versammlung zu einem Einbürgerungsentscheid. Kurt Deichmann, bekannt unter dem Vornamen Sammy, wurde von der Versammlung einstimmig und mit Applaus das Bürgerrecht zugesichert.

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