Abstimmung
Neuendorf lehnt 11,3-Millionen-Kredit für neuen Schulraum deutlich ab – das weitere Vorgehen ist nun offen

Mit 545 Nein- zu 396 Ja-Stimmen lehnt die Stimmbevölkerung aus Neuendorf den Kredit für den Bau eines neuen Kindergartens und den Umbau der beiden Primarschulhäuser ab. Die Stimmbeteiligung lag bei 58,7 Prozent.

Rahel Bühler
Drucken
Die beiden Primarschulhäuser bleiben vorerst so, wie sie sind: Das Neuendörfer Stimmvolk lehnt den Kredit für neuen Schulraum ab.

Die beiden Primarschulhäuser bleiben vorerst so, wie sie sind: Das Neuendörfer Stimmvolk lehnt den Kredit für neuen Schulraum ab.

Bruno Kissling

Neuendorf muss weiter auf mehr Schulraum warten: Die Stimmbevölkerung lehnt den 11,3-Millionen-Kredit für einen neuen Kindergarten und den Umbau der beiden Primarschulhäuser ab. 57,9 Prozent der Stimmbevölkerung haben sich an der Abstimmung von Sonntag dagegen ausgesprochen. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: 545 Personen stimmten dagegen, 396 dafür. Die Stimmbeteiligung lag bei 58,7 Prozent.

Grund für die Abstimmung waren steigende Schülerzahlen. Die Primarschule stösst entsprechend an ihre Grenzen. Jetzt hätten ein neuer Kindergarten realisiert und die beiden bestehenden Primarschulhäuser in verschiedenen Etappen umgebaut werden sollen.

Stimmbeteiligung sei gut

Gemeindepräsident Hanspeter Egli.

Gemeindepräsident Hanspeter Egli.

zvg

Gemeindepräsident Hanspeter Egli (FDP) zeigte sich enttäuscht. «Wenn etwas abgelehnt wird, wofür man gekämpft hat, tut das immer weh.» Man nehme das Resultat aber zur Kenntnis und werde weiterarbeiten. Er sagt aber auch klar:

«Neuendorf braucht Schulraum. Die Verlierer sind die Kinder.»

Die Gründe für das Nein könne er direkt nach dem Bekanntwerden des Resultats am Sonntagnachmittag noch nicht einschätzen. Die Stimmbeteiligung schätze er aber als gut ein. Nun müsse man das Resultat zuerst analysieren und dann das weitere Vorgehen bestimmen, so der Gemeindepräsident. Das sei unter anderem an der nächsten Gemeinderatssitzung vorgesehen.

Zu den Unstimmigkeiten, die es im Vorfeld der Abstimmung gab, sagt er: «Wir haben immer offen kommuniziert und nie etwas nicht erwähnt.» Auch habe es genügend Möglichkeiten für die Bevölkerung gegeben, sich detailliert über das Projekt zu informieren.

Drei Gründe für das Nein

Gemeinderat André Müller.

Gemeinderat André Müller.

zvg

Freude herrscht hingegen bei SVP-Gemeinderat André Müller: Er hatte sich mit seiner im Sommer neugegründeten Ortspartei für eine Ablehnung des Vorhabens starkgemacht. Er habe geweint, als er das Resultat sah, sagt er. «Das Resultat zeigt, dass die Leute an uns glauben.»

Als mögliche Gründe für das Nein sieht Müller vor allem drei Punkte: Erstens habe das Stimmvolk erkannt, dass der Kredit mit 11,3 Millionen Franken viel zu teuer ist. Zweitens sei der selbst auferlegte Zeitdruck (der Bezug des neuen Kindergartens hätte bereits im April 2024 sein sollen) gar nicht notwendig. Und drittens sei den Leuten wohl klar geworden, dass eine solche Investition nicht ohne eine Steuererhöhung vonstattengehen könne.

Unumstritten ist aber auch laut Müller die Tatsache, dass Neuendorf neuen Schulraum braucht.

«Deshalb werde ich nun beantragen, Schulcontainer für den neuen Kindergarten zu organisieren.»

Ausserdem soll die Sanierung der Dorfhalle gestoppt und die Arbeitsgruppe für das Schulraumprojekt anders aufgestellt werden.