Der Gottesdienst zum diesjährigen Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag war in Wolfwil ganz dem Dank und der Freude gewidmet. Die Kirchgemeinde feierte das 50-jährige Jubiläum ihres Organisten Georg Hafner. Seit einem halben Jahrhundert spielt Georg Hafner die Marien-Orgel, zuerst auf der alten Orgel auf der Empore und seit 1978 die Neue. Diese Treue zu Wolfwil und seiner Pfarrei dankte die Kirchgemeinde ihrem Organisten mit einem festlich-musikalischen Gottesdienst.

Gute Empfindung für Liturgie

In seiner Predigt ging Pfarrer Urs-Beat Fringeli unter anderem auf die wichtige Rolle des Organisten ein. Wer auch immer an der Orgel – der Königin der Instrumente – spiele, der müsse eine gute Empfindung für die Liturgie haben, und für freudige Anlässe ebenso wie in schweren Zeiten die richtige Stückwahl treffen. Er sei froh darüber, dass sich Georg Hafner um die Liturgie kümmere und sich mit dem Pfarrer in der Stückwahl abspreche.

50 Jahre lang fast jedes Wochenende und an beinahe jedem Feiertag Gottesdienste musikalisch zu begleiten bedeutet auch, in zahlreichen Übungsstunden ein grosses musikalisches Repertoire zu erarbeiten. Kirchgemeindepräsident René Wyss dankte in seiner Laudatio dem Jubilar für seine Treue zur Wolfwiler Pfarrei. Er rechnete aus, dass Georg Hafner etwa 5000 Einsätze geleistet hat und dafür rund 700'000 Kilometer gefahren ist, was so ungefähr 17 mal um die Welt bedeuten würde.

Medaillie erhalten

Als Dank für seine Treue durfte Georg Hafner die bischöfliche Medaille «fidei ac meritis» entgegennehmen, diese in Ergänzung zur päpstlichen Auszeichnung «bene merenti», die ihm bereits vor zehn Jahren überreicht worden ist. Der Jubiläumsgottesdienst lebte, dem Anlass angemessen, von Musik. Unbestrittenermassen eine Leidenschaft des Gefeierten. Mal ertönte die Orgel zusammen mit einer Kleinformation der Brass Band Harmonie unter der Leitung von Michael Barmet, mal spielte Georg Hafner an der Orgel zusammen mit Igor Retnev an der Querflöte.

Und der Kirchenchor führte unter der Leitung von Igor Retnev die Toggenburger Messe «Juchzed und singed» von Peter Roth sowie zwei weitere Lieder des gleichen Komponisten «Wenn d’Angst chunnt» und «S’isch gliich won i bi». Begleitet wurde der Gesang von Georg Hafner am Klavier und einem Ensemble bestehend aus Hackbrett, Kontrabass und Klarinetten.

Fortsetzung in der Pfarrschür

Im Anschluss an den stimmungsvollen Gottesdienst zog die Festgemeinde weiter in die Pfarrschür, wo die Kirchgemeinde zum Apéro eingeladen hatte. Für die musikalische Umrahmung des weltlichen Teil des Anlasses war wiederum die Brass Band Harmonie besorgt, welche am Wochenende vom 21./22. September ihr 150-jähriges Bestehen feiern wird.