Hilari Honolulu

Wie Stadtpräsident Kurt Fluri zum Pumuckl wurde

Mit dem Hilari wird die Fasnacht in Solothurn lanciert. Das musste Stadtpräsident Kurt Fluri am eigenen Leib erfahren: Unversehens war er nicht nur sein Amt sondern auch seine gewohnte Frisur los.

Solothurn heisst wieder Honolulu, und Stadtpräsident Kurt Fluri ist sein Amt los. Bis am Aschermittwoch hat Peter Studer, Ober-Ober der Narrenzunft Honolulu, den Schlüssel des Stadtpräsidiums übernommen. Doch bis es um die Mittagsstunde des Hilaritags jeweils soweit ist, stehen noch einige programmatische Fasnachtswehen an.

Die Stunde null schlägt jeweils, wenn der Ober-Ober der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UNO noch fast im Morgengrauen die versammelte Narrenschar begrüsst. Diesmal wars zum dritten und letzten Mal in seiner Amtszeit André Sunntinger von den Hudibras Chutze auf dem Amtshausplatz – nächstes Jahr stellt dann turnusgemäss die Narrenzunft Honolulu den nächsten Ober-Ober. Was aber gar nichts nichts daran ändert, das ihr Ober Peter Studer auch nächstes Jahr nochmals den Stadtpräsidenten Kurt Fluri absetzt – notabene die letzte Amtsenthebung, die dieser durchmachen muss. So einfach geht Fasnacht in Honolulu...

Kennst Du die Kostüme?

Zurück zu Noch-Ober-Ober André Sunntinger. Nach zwei sportlichen Renneinsätzen in den letzten zwei Jahren hatte er sich zum Finale eine recht perfide Prüfung für die Narrenschar ausgedacht: Jede Stammzunft musste eine Delegation stellen, die in einer vormittagsfüllenden Modeschau auf der St. Ursentreppe Umzugskostüme der Zünfte bis weit ins letzte Jahrtausend zu erkennen versuchte. Besonders heimtückisch: Das Kostüm musste nicht nur nach «Verursacherprinzip» erkannt werden, sondern auch möglichst noch das damalige Sujet. Und um dem Ganzen den Gipfel aufzusetzen, wartete Sunntinger noch mit einer zusätzlichen Stolperfalle auf: «Selbstverständlich haben wir da noch ein Fake-Kostüm untergejubelt.» Das kannte – aus den siebziger Jahren stammend – nun wirklich fast niemand mehr.

Spezialapplaus gabs übrigens für Markus Arni in einem beinfreien, Superman-ähnlichen Umhang, lagen doch die Temperaturen keineswegs im «Blüttler-Bereich». Nun, die Rangliste zeigte ein klares Bild: Die beste Langzeit-Erinnerung an vergangene Kostüme hat offenbar die Fasnachtszunft Vorstadt, die bekanntlich auf schon 150 Jahre Narretei ennet der Aare zurückblickt. Pokale aus Kurt Fluris Hand erhielten aber auch die Hauptgassleistler und die drittplatzierten Weststadtzünftler, sowie die Bestklassierten der Vorjahre – also quasi alle Stammzünfte.

Kurt Fluri mit neuer Frisur: Eindrücke der Hilari in Solothurn

Die Solothurner Fasnacht hat am Montag mit dem Hilari begonnen. 

Ein Hoch auf die «Schnipselbänkler"

Gestärkt auch durch Süppli aus der Original-Gulaschkanone 1903 fand sich die Narrenschar um 11.11 Uhr am Märetplatz zum nächsten Akt ein: der Aufnahme von zwei Probanden der Narrenzunft Honolulu. «Allegra!» begrüsste Giancarlo Rizzoli im schönsten Rumantsch mit Schwyzerdütsch-Brocken die anwesende Menge zwischen Corvatsch und Cheschtelemuni im «Coiffeur Grischun». Er und sein eher wortkarger Assistent Andrea Branger machten sich fürs Erste ans «Upgraden» ihres Top-Models Kurt Fluri. Nach einer kurzen Session hinter dem gezogenen Vorhang zeigte sich der Stadtpräsident schon fast närrisch mit einem orangen Lockenkopf à la Pumuckl.

Als eigentlicher «Chorale Monte Grappa» traten nun geladene Gäste wie die beiden «Regieriger» Brigit Wyss und Roland Heim oder Stadtschreiber Hansjörg Boll in Aktion. Angeführt von den zwei «Schnipselbänklern» Branger und Rizzoli gaben sie ein kleines Ersatzstück für die abhanden gekommenen Schnitzelbänke zum besten – dieses Jahr pausieren bekanntlich die «Füuzlüs». Der Weg retour an den Arbeitsplatz dürfte Wyss und Heim schwergefallen sein: Inzwischen hatte Umberto Ferrari die Rathausgasse umgeschildert– in Eselgasse.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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