Wetter November

Wenn nur der Nebel über Solothurn nicht wäre

In Solothurn war es oft neblig im November. (Archivbild)

In Solothurn war es oft neblig im November. (Archivbild)

Das Wetter im November war zu warm und zu trocken.

Mit nur sechs Regentagen und einem sehr milden Monatsstart verdiente sich der November 2021 auch in der Region Solothurn nur ein Prädikat: zu warm und zu trocken. Die durchschnittliche Monatstemperatur lag nämlich mit 6,4 Grad fast 2 Grad über dem langjährigen Mittel. Und mit 30 Litern oder Millimeter Regen pro Quadratmeter in Solothurn sowie auch nur 32,7 Litern im Wallierhof Riedholz wurde nicht einmal ein Drittel der sonst üblichen Novembermenge erreicht.

Das «Martinisömmerchen» fand statt

Nach nassen Allerheiligen zeigte sich die Sonne nur für einen Tag, ehe es feucht und etwas kühler weiterging. Immerhin hatte das Thermometer am 2. November noch 18 Grad erklommen. Die restliche erste Monatshälfte war hochdruckbestimmt und mal setzte sich die Sonne gegen den Nebelbrei besser durch, mal gar nicht mehr.

Doch über den Martinstag am 11. November hinaus waren zweistellige Tagesmaxima durchaus üblich, und auch zwei regnerische Tage ab dem 15. brachten noch gar kein Winterfeeling nach Solothurn. Eingerahmt von zwei sehr sonnigen Tagen am 17. und 24. November gab’s den letzten Regentag des Monats mit etwas Schnee auf dem Weissenstein am 19.

Wie weiss wird es im Dezember?

Das letzte Monatsdrittel sah eine typische Inversionslage: Unten lag zähe Kaltluft mit einer kompakten Nebeldecke bis rund 800 Metern hinauf; oben war es einige Grad wärmer bei Sonne pur. So löste sich die ganze letzte Novemberwoche der graue Deckel oberhalb von Solothurn überhaupt nicht mehr auf, derweil die Bevölkerung die Jurahöhen und seine Berggasthöfe regelrecht stürmte.

Das Gemeine am Ganzen: Im Thal hinten blieb es ebenfalls tagelang sonnig und nebelfrei. Pech dann allerdings für die Höhenausflügler am letzten Sonntag: Die Nebelobergrenze wurde mit Bise auf über 1200 Meter hochgedrückt, sodass die Seilbahn Weissenstein an diesem Tag nicht mehr die Frequenzen der Vortage erreichte.

Was für ein Start in den Advent! So weiss wie diesen 1. Dezember hatte sich Solothurn über den ganzen Januar und Februar dieses Jahres nie gezeigt. Auch aufs Wochenende hin bleibt das Wetter auf der kühlen, tiefdruckbestimmten Seite. Doch viel Schnee ist kaum in Sicht, allenfalls flöckelt es noch etwas auf den Samstagsmäret hinab. Die nächste Woche dürfte eher von der trocken-nebligen Sorte sein, zwar kühl, aber kaum frostig.

Und dann? Weisse Weihnachten vielleicht, wie letztmals 2010 bei uns gesehen? Auf die Monatsmitte deutet sich eine leichte Erwärmung an, und der ganz dicke Winter ist noch nirgends in den Modellen auszumachen. Aber zumindest besagt eine alte Bauernregel: Viel Schnee auf Eligius (am 1. Dezember) eröffnet gute Chancen für weisse Weihnachten. Viel war es noch nicht, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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