«Solothurner Geschichten»
Was die Liebe alles kann – und was nicht

Das Buch der Regio Energie Solothurn «Solothurner Geschichten» ist diesmal dem Thema «Je t’aime» gewidmet.

Andreas Kaufmann
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Jürg Parli hat zu jedem Kapitel eine passende Zeichnung parat.

Jürg Parli hat zu jedem Kapitel eine passende Zeichnung parat.

zvg

Mittlerweile lohnt es sich für den Solothurner Bücherwurm, ein Fach im Regal für eine Geschichtenreihe zu reservieren, die Jahr für Jahr um einen weiteren Band anwächst. So präsentiert die Regio Energie Solothurn heuer bereits das fünfte Werk der Reihe «Solothurner Geschichten». Wieder wurden Autorinnen und Autoren sowie ein Illustrator mobilisiert, um elf abgeschlossene und bunt bebilderte Erzählungen mit möglichst «Solothurness» zu Papier zu bringen.

Unter dem Titel «Soleure, je t’aime» ist nun eine 11-teilige Liebeserklärung an die Barockstadt entstanden. Als Geschichtenschreiber kamen Marco Lupi, Fabian Schäfer, Marie-Christine Egger, Johnny Sollberger, Reto Stampfli und Sarah Kunz zum Einsatz, für die Illustrationen zeichnete Jürg Parli verantwortlich. Sie haben gestützt auf die Geschichtsschreibung oder lediglich auf die pure Fantasie, Geschichten ersonnen, die Solothurn als Geliebte oder als Ort der Liebe ins Zentrum stellen.

Elf Geschichten, elf Facetten

Bei Marco Lupi zu lesen ist, wie der Geruchskartograf Gregory Suavitant seine Nase einsetzte, um eine Duftkarte von Solothurn anzulegen. Damit sicherte er sich die Gunst der hiesigen Weiblichkeit. Fabian Schäfer erzählt in einer Verwechslungsgeschichte von einer schiefgelaufenen Internetverabredung und dem sinnbildlichen «Marionettenspieler», der als Schicksal die Fäden zieht. Marie-Christine Egger, ihres Zeichens Stadtführerin, stellt in ihrem historischen Exkurs über den «ältesten Beruf der Welt» die Frauenhäuser ins Zentrum – womit aber Freudenhäuser gemeint sind – und zeigt ihr Werden und Vergehen auch in der Stadt Solothurn.

«Kann ich Dich lieben, Solothurn?», fragt Johnny Sollberger und lässt in die Gedanken eines Bräutigams in spe blicken, der mit seiner Liebe in Solothurn die Zukunft beschreiten will. Reto Stampfli porträtiert den von Heimweh geplagten Solothurner Touristen in der Ewigen Stadt, der ein Bier an seinem geliebten Landhausquai der Engelsburg und dem Petersdom vorzieht. In der traurigen Geschichte von Sarah Kunz blickt ein Heimkehrer in Solothurn reumütig auf die Fehler der Vergangenheit zurück – auf seine damalige Verlobte und seinen Sohn, die er zurückgelassen hatte.

Mit seinen Illustrationen setzt Jürg Parli alle elf einzelnen Geschichten witzig, vielfältig und liebevoll ins Bild. Die Vielfalt der Geschichten rührt aber nicht zuletzt auch von der breiten Autorenschaft her. Das war auch bei den bisherigen Bänden eins bis vier der Fall. In den vorigen Ausgaben standen Themen wie Solothurner Bauten, die Fasnacht oder aber der Genuss im Zentrum, dies ebenso breit und facettenreich wie der aktuelle Band.