Stadtbummel Solothurn

Warum wir niemals zu «Bösen» werden

Kommt einmal ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest nach Solothurn?

Kommt einmal ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest nach Solothurn?

Sportstadt Solothurn? Nö. Nid würklech. Wir haben keinen Eishockeyclub, den einige Verwaltungsräte mit sechsstelligen Zustüpfen aus dem eigenen Sack retten. Das überlassen wir den Oltnern. Auch im Tschutti-Cupfinal waren wir noch nie. Grenchen schon. Spitzensportler sind bei uns diskret. Sie erbringen ihre Top-Leistungen in den Ferien. So wie Marianne und Urs Jeger im Grupetto mit Roland Walter. Das Trio schaffte jüngst doch tatsächlich die berüchtigte Alpe d’Huez per pedales. Und damit sich selbst. Eigentlich sollte die Kurve 14 neu statt «Beat Breu» nun «Marianne Jeger» heissen. So wegen der Gleichberechtigung. Es wäre auch ein tolles Kompliment an unsere neuen Kurvenstars aus der «Kerzenjegerei».

Sport satt in Solothurn? Das nächste Eidgenössische Schwing- und Älplerfest findet 2022 in Pratteln statt. Aus Solothurner Sicht ein Kaff. Dann wären die Nordwestschweizer nach unseren Berechnungen wieder 2037, also in 18 Jahren, dran. Aarau war der letzte Austragungsort vor Pratteln BL, also ist dann zwingend der Kanton Solothurn und noch zwingender Solothurn selbst Favorit. Erfahrungen vom Eidgenössischen Jodlerfest 1990 wären nach 47 Jahren im Stedtli zwar kaum mehr vorhanden, aber auf Thomas Zindel mit dannzumal gut 30 HESO-OK- und Schwingerzelt-Jahren auf dem Buckel könnte man als OK-Präsidenten bauen. Die öV-Anbindung wäre mit dem Schwinger-Bahnhöfli Allmend gegeben, und die Opposition gegen den überfälligen vierspurigen Ausbau der Westumfahrung schmilzt mit der Aussicht auf das ESAF 2037 dahin. Die 66 000 Fans fassende «Weitblick-Arena» könnte dank dem immer noch genug fürigem Bauland im Fest-Perimeter locker errichtet werden; die Stadtmist-Sanierung beginnt erst 2038. Und für die Fan-Meile unter der Leporello-Brücke gibts ohnehin keine Probleme, weil das Streetfood-Festival eh mit dem «Eidgenössischen» zusammenfällt.

Unsportlich verhält sich nur das Autonome Zentrum Henzihof AZH, das den alten Hofstall partout nicht fürs Unterbringen des reaktionären Festsieger-Munis Niklaus Wengi hergeben will. Auch das Lusthäuschen als Gabentempel wird glatt abgelehnt. Man lässt zwar mit sich reden. Gefordert werden die Teilnahme von Schwinger*innen bei einer 50-Prozent-Quote, der Verzicht auf die alten Zöpfe von Ehrendamen sowie ein durchweg veganes Verpflegungsangebot auf dem Fest-Areal. Hängig sind ausserdem noch einige Beschwerden gegen das Public Viewing in der Henzihof-Hostet wegen der dort immer noch vermuteten Juchten- und sonstigen Käfer.

Wir nehmen es sportlich. Willkommen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2037 in – Grenchen!

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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