2000-Jahr-Jubiläum

Vorgestellt: Das Buch, das die Stadt Solothurn zuerst nicht wollte

Die Vernissage des Buch "2000 Jahre Solothurn" fand im Musem Altes Zeughaus statt.

Die Vernissage des Buch "2000 Jahre Solothurn" fand im Musem Altes Zeughaus statt.

«2000 Jahre Solothurn» zeigt die Stadtentwicklung und lässt Menschen erzählen. Die Stadt entschloss sich erst spät, das Buchprojekt zu unterstützen.

Es war ein Stück Normalität und doch wieder nicht. Zwar wurden mit der Vernissage zum Buch «2000 Jahre Solothurn» die Jubiläumsfeierlichkeiten der Stadt wieder aufgenommen, doch dass die rund 150 Besucherinnen und Besucher Masken trugen, liess die Illusion von Normalität wieder zerplatzen.

Er sei sich solche öffentliche Anlässe nicht mehr gewohnt, sagte Stadtpräsident Kurt Fluri zu Beginn und witzelte: «Ich weiss schon fast nicht mehr, wie ein Apéro funktioniert.» Danach trat Corona in den Hinter-, der Gegenstand des Abends in den Vordergrund. Das Buch «2000 Jahre Solothurn», das die Stadtentwicklung von der Römerzeit bis heute aufzeigt und auch auf die Menschen in den jeweiligen Epochen eingeht.

Stadt liess sich letztlich doch überzeugen

Das Buch hätte es fast nicht gegeben. Denn als die Stadt von den beiden Erschafferinnen, Monika Krucker und Simone Desiderato, nach finanzieller Unterstützung angefragt wurden, stiessen sie zuerst auf Ablehnung. «Wenn es nach unserer ursprünglichen Meinung gegangen wäre, hätten wir heute keine Vernissage dieses Buches», hielt Stadtpräsident Kurt Fluri in seiner Rede fest. Die Stadt war der Meinung, dass über die Epochen der Römer, der Zugehörigkeit zum Burgund sowie über die Ambassadorenzeit schon genügend geschrieben wurde und es nichts bringt, dies nochmals in einem Buch zusammenzufassen. Man habe sich dann aber von den beiden Frauen von der Notwendigkeit überzeugen lassen. So bewilligte der Gemeinderat, das Buchprojekt mit 100000 Franken zu unterstützten. Angesichts des fertigen Buches sagte Fluri: «Glücklicherweise haben wir uns von diesem Angebot tatsächlich verlocken lassen. Man sieht also, dass es sich ab und zu lohnt, Verlockungen da und dort nachzugeben.»

Tatsächlich ist das Buch alles andere als eine langwierige Zusammenfassung der Geschichte Solothurns. Im Gegenteil: Autorin Simone Desiderato und Illustratorin Monika Krucker war es wichtig, sich auf das Wesentliche zu beschränken, auch wenn das Streichen manchmal geschmerzt hätte. Das Buch setzt den Fokus nicht nur auf die historische Entwicklung, sondern geht in jeder der 13 Zeitstationen auf einen Menschen ein, der aus seinem Leben erzählt.

Eindrücklich sind die 13 Illustrationen, die aus der Vogelperspektive die Stadt zur jeweiligen Zeit zeigt. Und so sieht man beim Durchblättern die Stadt wachsen. Sowohl die Texte wie Illustrationen stützen sich auf historische und archäologische Forschungsergebnisse und historische Abbildungen.

2000 Jahre Solothurn Das Buch ist beim Rothus Verlag erschienen und kostet 49.90 Franken. ISBN: 978-3-03865-040-9

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

Meistgesehen

Artboard 1