Zu schaffen gemacht haben Clojin in den letzten Jahren das immer häufigere Downloaden von Filmen aus dem Internet und zusätzlich noch Standortpech. «Mein grösstes Problem waren die Baustellen. Rund um das Geschäft wurde während der letzten sechs Jahre fast ohne Unterbruch gearbeitet», erzählt der ehemalige Besitzer des «Videolandes».

«Ich habe die Stadt um eine Entschädigung ersucht»

Zuerst wurde die Rötibrücke neu gebaut, anschliessend kam es zu Renovierungsarbeiten am Bahnhofplatz und zum Schluss wurden neben seinem Geschäftsstandort Leitungen verlegt. Den Kunden wurde die Anfahrt erschwert, sie fanden keine Parkplätze mehr und blieben immer mehr aus. «Ich habe versucht, von der Stadt eine Entschädigung zu erhalten. Leider fehlt in der Schweiz die gesetzliche Grundlage dafür.»

Auch im Kino Canva wurden bis vor vier Jahren noch Filme ausgeliehen. «Das hat sich irgendwann einfach nicht mehr gelohnt. Der Umsatz wurde immer weniger», erklärt Ronald Frei, Mitarbeiter des Kinos. «Videoverleih ist in der heutigen Zeit schlichtweg nicht mehr gefragt», fügt er hinzu. Die meisten Leute würden sich heute die Filme aus dem Internet herunterladen, sind sich Clojin und Frei einig.

Downloads gesetzlich erlaubt

Die Schweiz ist ein Sonderfall, was die Gesetzgebung für Downloads aus dem Internet angeht. So ist das Downloaden von Bild-, Musik- oder Textmaterial zum persönlichen Gebrauch erlaubt. Verboten ist nur das Uploaden von Dateien. Herman Clojin lässt sich aber trotz des Verlusts seines «Videolandes» nicht unterkriegen: «Momentan mache ich eine kurze Arbeitspause. Aber ich habe in der Zukunft bereits wieder neue Projekte geplant.»